Bei Gefechten um die IS-Hochburg Rakka in Nordsyrien ist ein Kampfjet der syrischen Streitkräfte vom US-geführten Militärbündnis abgeschossen worden. Das Flugzeug habe zuvor Bomben in der Nähe verbündeter Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) abgeworfen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Daraufhin sei die Maschine umgehend von einer F/A-18 abgeschossen worden. "Das Bündnis strebt keine Kämpfe gegen das syrische Regime oder mit ihm verbündete russische und regimetreue Kräfte an", hieß es in der Mitteilung. Es werde aber auch nicht zögern, wenn Kräfte der Koalition oder ihrer Verbündeten bedroht würden. Die syrische Maschine sei sofort abgeschossen worden, nachdem sie im Norden Syriens Kämpfer der SDF bombardiert habe, die aus kurdischen und arabischen Einheiten bestehen und von den USA unterstützt werden.

Um 19:43 Uhr habe die syrische SU-22-Maschine Bomben in der Nähe von SDF-Kämpfern südlich von Tabka abgeworfen, hieß es weiter in der Erklärung. Gemäß den Regeln der "kollektiven Selbstverteidigung" der in der Allianz verbündeten Kräfte habe ein Jet der US-Luftwaffe das syrische Kampfflugzeug abgeschossen.

Die Koalition teilte mit, dass zwei Stunden vor dem Abschuss regierungstreue Truppen SDF-Kämpfer südlich von Tabka in der Ortschaft Dscha'Din angegriffen hätten. Die SDF-Kämpfer seien zum Rückzug aus der Ortschaft gezwungen worden, einige seien verletzt worden. Daraufhin habe die Koalition eingegriffen.

Dieser Darstellung widersprach das syrische Militär. Der Jet habe einen Kampfeinsatz gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Der Pilot der Maschine werde seit der "schamlosen Aggression" vermisst, berichtete die Staatsagentur Sana.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, erstmals überhaupt hätten sich syrische Regierungstruppen und die von den USA unterstützten kurdischen und arabischen Kräfte Gefechte geliefert. Die Kämpfe hätten in zwei Ortschaften 40 Kilometer südlich von Rakka stattgefunden. Das SDF-Bündnis kämpft in der Region gegen den IS.