Bei Protesten für eine Verbesserung der Sicherheit in Kabul sind nach Angaben eines afghanischen Parlamentsabgeordneten mehrere Menschen getötet worden. Acht Demonstranten seien von Sicherheitskräften der Regierung erschossen worden, berichtete Abdul Hafis Mansur. Die Behörden hatten zuvor von einem toten Demonstranten sowie vier verletzten Polizisten gesprochen.

An der Demonstration nahmen rund 1.000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt der Regierung und verlangten die Hinrichtung von Mitgliedern der Taliban und ihrer Verbündeten aus dem islamistischen Hakkani-Netzwerk. 

Hintergrund der Proteste ist der schwere Anschlag in Kabul vom Mittwoch, bei dem mindestens 90 Menschen getötet und 460 verletzt worden waren. Am Anschlagsort forderten aufgebrachte Demonstranten mit Sprechchören den Tod der afghanischen Führung. Die Polizei schoss in die Luft, um die Menschen daran zu hindern, in Richtung Präsidentenpalast zu marschieren.

Weitere Wachmann gestorben

Nach dem Bombenanschlag nahe der deutschen Botschaft ist ein zweiter Wachmann gestorben. Der Mitarbeiter einer afghanischen Sicherheitsfirma, die das Gelände der deutschen Vertretung bewacht, sei seinen schweren Verletzungen erlegen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Ein anderer Wachmann war bereits unmittelbar bei dem Anschlag am vergangenen Mittwoch getötet worden. 

Der deutsche Botschafter, der am Mittwoch in Deutschland war, ist mittlerweile nach Kabul zurückgekehrt. Die Vertretung soll zunächst aber nur mit einem Kernteam weiterarbeiten. Andere Mitarbeiter sollen nach und nach ausgeflogen werden. Die Bundesregierung hatte infolge des Anschlags die Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan vorerst ausgesetzt.

Das Botschaftsgebäude war bei dem Anschlag schwer beschädigt worden. Der afghanische Geheimdienst NDS macht das Hakkani-Netzwerk und den pakistanischen Geheimdienst ISI für die Tat verantwortlich.