Bei einem Bootsunglück vor der libyschen Mittelmeerküste sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) womöglich zahlreiche Flüchtlinge ertrunken. Wie der IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo unter Berufung auf überlebende Passagiere auf Twitter mitteilte, seien bei einem Schiffsunglück 126 Flüchtlinge gestorben.

Demnach waren etwa 130 Menschen, vorwiegend Sudanesen, am Donnerstag in Libyen mit einem Schlauchboot in See gestochen, um Europas Festland zu erreichen. Wie Di Giacomo unter Berufung auf Schilderungen von Überlebenden sagte, sollen Menschenschmuggler das Boot gestoppt und den Außenbordmotor entwendet haben. Danach habe sich das völlig überfüllte Boot mit Wasser gefüllt und sei gekentert. Libysche Fischer konnten demnach nur vier Menschen, zwei Sudanesen und zwei Nigerianer, retten.

Die libyschen Fischer übergaben die vier Überlebenden einem Schiff, auf dem sich bereits andere Flüchtlinge befanden und das im Hafen der sizilianischen Stadt Palermo eintraf.

Die zentrale Mittelmeerroute von Libyen in Richtung Italien gilt als gefährlichster Seeweg von Afrika nach Europa. Nach Angaben der IOM kamen seit Jahresbeginn mehr als 1.800 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben. Italien registrierte seitdem die Ankunft von 65.000 Flüchtlingen.