Die Berliner Polizei hat den linken Szenetreff Friedel 54 im Bezirk Neukölln geräumt. Der Kiezladen wurde dem Gerichtsvollzieher übergeben, teilten die Berliner Beamten bei Twitter mit. Laut rbb demonstrierten insgesamt mehr als 500 Unterstützer des teilweise besetzten Hauses rund um die Friedelstraße gegen die Räumung.

Die Polizei musste Demonstranten wegtragen, die den Zugang zu dem Haus blockierten. "Mehrfachen Forderungen, den Eingang zur freizumachen, wurde nicht gefolgt", teilte die Polizei mit. Beamte versuchten laut rbb unter anderem mit Kettensägen, die verbarrikadierten Räume zu öffnen. Beobachter vor Ort berichten auf Twitter, die Beamten seien unverhältnismäßig hart vorgegangen. Der grüne Neuköllner Lokalpolitiker Georg Kössler nannte die Proteste friedlich. Die Polizei selbst twitterte, die Bewohner hätten einen Türknauf am Eingang unter Strom gesetzt.

Der Kiezladen wird von linken Gruppen als Treffpunkt genutzt, etwa für Diskussionen oder Filmvorführungen. Der Tagesspiegel berichtete, dass das Haus nach mehreren Eigentümerwechseln einer Luxemburger Briefkastenfirma gehört. Laut rbb war der letzte Tag zum freiwilligen Auszug der 31. März 2017. Nun verfügt die Eigentümerfirma laut Berliner Verwaltungsgericht über einen rechtskräftigen Räumungstitel. Die Polizei leistet bei der Räumung Amtshilfe.

Vor einem Jahr wurden in Berlin, damals noch unter dem CDU-Innensenator Frank Henkel, die Dachböden und die illegal betriebene Hausbesetzerkneipe eines Wohnprojekts von Linksautonomen teilweise geräumt. Ein Gericht stellte später fest, dass die Teilräumung der Rigaer Straße 94 rechtswidrig war.