In Malis Hauptstadt Bamako haben Angreifer im Luxushotel "Le Campement" mindestens zwei Personen getötet. Die Täter seien mutmaßlich Islamisten, sagte der malische Sicherheitsminister, Salif Traoré. Außerdem seien 20 Geiseln aus der Hand der Angreifer befreit worden.

Anwohner berichteten zuvor von Schüssen, die auf dem Hotelareal am Stadtrand von Bamako gefallen seien. Über dem Gelände seien Rauchsäulen aufgestiegen, ein Gebäude soll in Brand gesetzt worden seien.

Der Sprecher des Sicherheitsministeriums sagte, bei den Angreifern handele es sich vermutlich um Dschihadisten. Malische Spezialkräfte seien im Einsatz. Sie würden von französischen Soldaten sowie von UN-Soldaten unterstützt. Einsatzkräfte riegelten den Bezirk des Ressorts ab.

Das Luxushotel Le Campement buchen vor allem westlichen Ausländer. Erst vor neun Tagen hatte die US-Botschaft in Mali eine Warnung ausgesprochen. Demnach herrsche in der Hauptstadt Bamako eine "erhöhte Bedrohungslage" vor. Die US-Botschaft empfahl, Orte mit schlechten Sicherheitsmaßnahmen, darunter Hotels, Kirchen und Restaurants, zu meiden.

Al Kaida-Ableger aus Nordafrika hinter dem Angriff?

Der New York Times-Terrorismusexpertin Rukmini Callimachi twitterte, dass sie Al Kaida-Ableger aus Nordafrika, speziell die Kampfeinheit um Moktar Belmoktar, hinter dem Anschlag vermute. Diese sei bereits für einen Angriff auf ein Gaswerk in Algerien, ein Hotel in Burkina Faso und das Radisson Hotel in Bamako verantwortlich gewesen.

Im November 2015 wurden bei einem Angriff auf das Hotel Radisson Blu in Bamako mindestens 20 Menschen getötet, unter ihnen 14 Ausländer. Im März 2016 hatten Islamisten das Nord-Süd-Hotel in Bamako angegriffen, in dem Angehörige der EU-Mission zur Ausbildung der malischen Streitkräfte (EUTM Mali) untergebracht waren. Ein Angreifer war damals getötet worden.

800 Bundeswehrsoldaten an Einsätzen in Mali beteiligt

Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche französische und deutsche Soldaten stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Die Bundeswehr ist auch an der EUTM Mali sowie an dem 2013 gestarteten Stabilisierungseinsatz der Vereinten Nationen, Minusma, mit etwa 800 Soldaten beteiligt. Im Januar stimmte der Bundestag der Ausweitung des Mandats für den UN-Einsatz auf bis zu tausend deutsche Soldaten zu.

Die Europäische Mission in Mali twitterte, dass sie sich des Angriffs bewusst sei und die Lage vor Ort noch beurteile.