Terrorismus - FBI stuft Messerattacke von Michigan als Terrorakt ein Am Mittwoch hat ein Mann am Flughafen der Stadt Flint einem Polizisten ein Messer in den Hals gestochen. Der mutmaßliche Täter ist ein 49-jähriger Kanadier aus Québec. © Foto: Shannon Millard/The Flint Journal-MLive.com/AP/dpa

Nach einem Messerangriff auf einen Polizisten am Flughafen von Flint im US-Staat Michigan hat das FBI Terrorermittlungen aufgenommen. Der Verdächtige, ein 49-jähriger Kanadier, sitzt in Untersuchungshaft. Der Polizist erlitt durch den Angriff Stichwunden am Hals, laut Polizei war er in stabilem Zustand. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst nur eine Strafanzeige wegen Gewaltanwendung aufgegeben.

Der aus dem französischsprachigen Québec stammende Mann soll im Laufe der Attacke zudem etwas über in Syrien, Irak und Afghanistan getötete Menschen gerufen haben. Augenzeugen sagten, der Angreifer habe während des Vorfalls "Allahu Akbar", arabisch für "Gott ist groß", gerufen.

FBI geht von Einzeltäter aus

Der zuständige FBI-Ermittler David Gelios beschrieb den mutmaßlichen Angreifer als "einsamen Wolf", der vermutlich allein gehandelt habe. Es gebe keine Informationen darüber, dass er speziell trainiert worden sei. Der Mann sei kooperativ und spreche mit den Ermittlern.

Laut FBI betrat der Verdächtige die USA eine Woche zuvor legal und kam morgens am Flughafen in Flint an. Zunächst habe er sich eine gewisse Zeit in öffentlichen Bereichen des Airports aufgehalten, später sei er aus einem Badezimmer gerannt und habe den Polizisten mit einem Messer attackiert, dessen Klinge 20 Zentimeter lang war.

Das Weiße Haus erklärte, US-Präsident Donald Trump sei über den Zwischenfall informiert worden. Sein Justizminister Jeff Sessions teilte mit, er sei stolz auf die rasche Reaktion der US-amerikanischen und kanadischen Behörden. Bei der anschließenden Räumung und Durchsuchung des Flughafens seien keine weiteren Bedrohungen festgestellt worden, erklärte Polizeichef Mike Shaw.

Indes durchsuchte die Polizei in Kanada eine Wohnung in Montreal. Fernsehaufnahmen zeigten, wie Einsatzkräfte mindestens eine Person aus einem Gebäude begleiteten, in dem der Verdächtige vermutlich lebte.

Die Behörden in Flint verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen rund um das einige Kilometer entfernte Rathaus. Bürgermeisterin Karen Weaver sagte, die Situation sei unter Kontrolle. Flint liegt etwa 80 Kilometer nordwestlich von Detroit.