Auf den Pariser Champs-Élysées hat ein Mann mit seinem Wagen einen Polizeitransporter gerammt. Der französische Innenminister Gérard Collomb sprach von einem Anschlagsversuch und bestätigte am Montagabend den Tod des Angreifers. Andere Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Nach Angaben des Ministers befanden sich in dem Auto Waffen sowie "Sprengstoff, mit dem das Auto in die Luft gesprengt hätte werden können".

Nach Angaben französischer Medien handelte es sich um Gasflaschen, ein Kalaschnikow-Gewehr sowie Faustfeuerwaffen, die in dem Fahrzeug sichergestellt wurden. Die Pariser Antiterrror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Eine Polizeisprecherin sagte, der Mann habe mit seinem Auto einen Kleinbus der Polizei zunächst überholt und danach gerammt. Dabei sei das Auto des Mannes in Brand geraten. Fernsehbilder zeigen, wie das Auto unmittelbar nach dem Zusammenprall in Flammen aufgeht. Weiter ist zu sehen, wie die Gendarmen zu dem Wagen laufen, den Mann aus dem Fahrzeug ziehen und gelbliche Flammen ersticken, die aus dem Wagen dringen.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unterdessen, dass der Angreifer den Behörden als radikaler Islamist bekannt gewesen sei. Er sei seit 2015 aktenkundig gewesen; seine Familie gehöre demnach der Salafistenszene an. Aus Polizeikreisen hieß es zuvor, der Mann sei den Behörden wegen möglicher Verbindungen zum Extremismus bekannt gewesen. Er lebte im Pariser Vorort Argenteuil.

Ausnahmezustand soll verlängert werden

Innenminister Collomb nahm den Vorfall zum Anlass, eine Verlängerung des seit dem 1. November geltenden Ausnahmezustandes zu verlangen. Der versuchte Angriff zeige, dass die Bedrohung noch immer groß sei. Er werde daher beim Kabinettstreffen am Mittwoch vorschlagen, den Ausnahmezustand über den 15. Juli hinaus zu verlängern. Dann würde er nach bisherigem Stand auslaufen.

Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag unweit des Präsidentenpalastes und der US-Botschaft. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, mehrere Metrostationen geschlossen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch Sprengstoffexperten waren vor Ort. Auf Twitter rief die Polizei dazu auf, den Bereich zu meiden. Die Champs-Élysées sind mit vielen Geschäften eine Touristenattraktion. 

Der Angriff ist der zweite auf den Champs-Élysées in diesem Jahr. Bereits im April hatte ein 39 Jahre alter Mann einen Polizisten angegriffen und den Beamten Xavier Jugelé getötet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich.