Die Pille danach gibt es in Polen nur noch auf Rezept. Der polnische Präsident Andrzej Duda hat ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, das im Mai vom Parlament verabschiedet worden war. Seit 2015 war die Pille zur Geburtenkontrolle für über 15-Jährige frei erhältlich.

Die nationalkonservative Regierung hatte bereits staatliche Mittel für In-vitro-Fertilisation und andere Formen der künstlichen Befruchtung gestrichen. Im vergangenen Jahr versuchte sie, Abtreibungen fast vollständig zu verbieten.

Schwangerschaftsabbrüche sollten nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist. Sollte eine Frau dennoch abtreiben, hätten ihr und dem behandelnden Arzt laut dem Gesetzesentwurf bis zu fünf Jahre Haft gedroht. In ganz Polen gingen daraufhin mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Die polnische Regierung kündigte an, das Verbot zu überdenken.

Das polnische Abtreibungsrecht ist so restriktiv wie fast nirgendwo sonst in Europa. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nur erlaubt, wenn das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren gefährdet ist, wenn es Hinweise auf eine unheilbare Erkrankung des Fötus gibt oder wenn die Frau durch eine Vergewaltigung oder inzestuösen Geschlechtsverkehr schwanger geworden ist. Die katholische Kirche in Polen unterstützt ein vollständiges Abtreibungsverbot.