Portugal - Mehr als 60 Tote durch Waldbrand Bei einem der schwersten Waldbrände in der Geschichte Portugals sind mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. © Foto: Rafael Marchante / Reuters

Die portugiesische Regierung hat wegen des verheerenden Waldbrands eine dreitägige Staatstrauer verhängt. Sie soll sofort beginnen und bis Dienstag dauern. Zudem soll mit einem Moment des Schweigens vor der Confed Cup-Partie Portugal gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer gedacht werden.

Bei dem Feuer knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon starben mindestens 61 Menschen. Zunächst hatte die Polizei von 62 Todesopfern gesprochen, korrigierte die Zahl aber am Sonntagabend.

Ministerpräsident António Costa sprach von der schlimmsten Tragödie seit Jahren. Die Wucht der Flammen erschwere es den Rettungskräften, in die betroffenene Gebiete vorzudringen. Auch der tiefhängende Rauch behindere die Hubschrauber und Flugzeuge in ihrer Löscharbeit, ergänzte der Regierungschef.

Innen-Staatssekretär Jorge Gomes sagte: "Wir tun alles Mögliche und Unmögliche, um das Feuer zu löschen". Derzeit bemühen sich etwa 700 Feuerwehrleute, den Brand einzudämmen. Diese Katastrophe sei nicht von dieser Welt, sagte Valdemar Alves, der Bürgermeister des betroffenen Ortes Pedrógão Grande.

Ausgelöst wurde der Flächenbrand nach Einschätzung der Behörden durch einen Blitzschlag während eines sogenannten Trockengewitters. Dazu kann es kommen, wenn die Luft so heiß ist, dass der Regen verdunstet, ehe er den Boden erreicht. In der betroffenen Region herrschen aktuell Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Wie das portugisische Innenministerium am Sonntag mitteilte, seien mindestens 30 Menschen in ihren Autos verbrannt. Auf einer Straße zwischen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pêra seien sie von den Flammen überrascht und in den Fahrzeugen eingeschlossen worden. Mindestens drei Menschen sollen bisher an Rauchvergiftung gestorben sein. Hunderte Einwohner aus mehr als 20 Ortschaften wurden in Not-Zelten untergebracht.

Die deutsche Regierung bot Portugal ihre Unterstützung an. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, die Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihre und die Anteilnahme aller Deutschen gegenüber Ministerpräsident Costa zum Ausdruck gebracht. Frankreich, Spanien und die EU stellen Löschflugzeuge und humanitäre Hilfen bereit.