Bei einem Schiffbruch in Kolumbien sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Leiterin des Katastrophenschutzes des Verwaltungsbereichs von Antioquia wurden 28 Menschen vermisst, nachdem das mehrstöckige Ausflugsschiff am Sonntag auf dem Guatapé Stausee in der Nähe von Medellín gesunken war. 99 Menschen seien von Bord gerettet worden, sagte Margarita Moncada. 40 weitere seien aus eigener Kraft an das Ufer geschwommen. Es sollen rund 150 Passagiere an Bord gewesen sein. 

Einer Mitteilung der Regionalregierung zufolge wurden zudem 24 Menschen in ein Krankenhaus gebracht. Bei der El Almirante handelte es sich um ein Freizeit- und Tourismusschiff. Der Grund für den Untergang des Schiffes war zunächst unklar. Augenzeugen sagten, dass das Boot überladen schien und die Passagiere keine Schwimmwesten trugen.

Die El Almirante sei ohne Fremdeinwirkung gekentert, zitierte die Zeitung El Espectador eine Funktionärin der Regionalregierung in Antioquia, Victoria Eugencia Ramírez. 

Die kolumbianische Luftwaffe war mit Helikoptern im Einsatz. Der Bürgermeister von Medellín sagte, Feuerwehrleute, Taucher und Krankenwagen seien auf dem Weg zum Unglücksort. Er rief die Bevölkerung auf, deshalb die Straßen zum Stausee frei zu halten. "Das wichtigste ist nun, Leben zu retten", sagte Federico Gutiérrez.

Auf einem Video des Nachrichtenportals El Colombiano war zu sehen, wie das mehrstöckige Schiff auf dem Stausee Peñol-Guatapé langsam sank und andere kleine Boote zu Hilfe zu eilten. Der Stausee bei der Gemeinde Guatapé ist bei Touristen und Wochenendausflüglern besonders beliebt.