Bei Anschlägen auf zwei Restaurants in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Die Terrorgruppe Al-Shabaab reklamierte den Anschlag für sich. Laut Polizeiangaben wurden 35 weitere Menschen verletzt. Somalische Soldaten beendeten die Geiselnahme in einem der beiden Restaurants nach elf Stunden.

Der Polizei zufolge hat ein Selbstmordattentäter am Mittwoch gegen 20 Uhr Ortszeit ein mit Sprengstoff beladenes Auto in das Posh-Restaurant gelenkt. Das Restaurant ist Teil eines Hotels. Bei der Explosion soll auch das benachbarte Pizza House getroffen worden sein. Laut Polizei sollen die Attentäter in der Pizzeria anschließend mindestens 20 Geiseln genommen haben. Bei den meisten Toten handele es sich um Frauen, die in dem Hotel arbeiteten.

Die Terrormiliz Al-Shabaab äußerte sich im Radiosender Al-Andalus zu dem Attentat. Die angegriffenen Ziele seien Nachtclubs, in denen nicht islamische Geschäfte betrieben würden, hieß es. Mindestens zwei Angreifer wurden Behördenangaben zufolge erschossen.

In dem Land am Horn von Afrika gibt es immer wieder Anschläge. Meistens ist die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete islamistische Shabaab-Miliz verantwortlich. Die Terrormiliz kämpft mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates. Vor einigen Jahren konnte die Miliz von Regierungssoldaten und einer Truppe der Afrikanischen Union aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben werden. Allerdings kontrollieren die Rebellen einige ländliche Regionen.

Ende Mai reklamierte erstmals die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einen Selbstmordanschlag in Somalia für sich. Bei dem Anschlag auf einen Kontrollposten in der halbautonomen Region Puntland waren fünf Menschen getötet worden.