Wer im US-Bundesstaat Oregon künftig einen Personalausweis beantragt oder einen Führerschein erhält, muss sich nicht mehr für das männliche oder weibliche Geschlecht entscheiden. Ab Anfang Juli soll eine bislang in den USA einmalige Regel gelten, wonach auf den Dokumenten statt den traditionellen "M" (male, männlich) und "F" (female, weiblich) auch ein "X" angegeben werden kann. Das X steht für ein nicht-spezifisches, drittes Geschlecht.

In Oregon stellt die Zulassungs- und Führerscheinbehörde DMV die Identifikationsdokumente aus. Die neue Regel wurde vom DMV einstimmig verabschiedet.

Bürgerrechtsaktivisten nannten die Maßnahme einen wichtigen Schritt zu mehr rechtlicher Anerkennung von Menschen, die sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren. Darunter fallen etwa Menschen, deren sexuelles Geschlecht nicht ihrer Genderidentität entspricht, oder solche, deren Geschlechtsmerkmale weder typisch männlich noch weiblich sind.

Die Entscheidung kam, nachdem Jamie Shupe aus Oregon im vergangenen Jahr vor Gericht durchgesetzt hatte, das eigene Geschlecht von weiblich zu einer dritten, non-binären Option wechseln zu können. Das Urteil zwang die Behörde DMV dazu, die eigenen Regeln zu überarbeiten und eine dritte Geschlechtsoption für die Bürger zu ermöglichen. 

"Das ist eine sehr kleine Veränderung", sagte ein DMV-Sprecher. Es habe sehr wenig Widerstand gegeben.