Die EU-Kommission hat ein weiteres Nothilfeprogramm für die Integration von Flüchtlingen in Griechenland ins Leben gerufen. Vielen soll damit ein Leben außerhalb der Auffanglager ermöglicht werden. Das ESTIA-Programm (Emergency Support To Integration & Accommodation) wird mit 209 Millionen Euro ausgestattet, hieß es von der EU. Mit einem Großteil des Geldes sollen Wohnungen und Häuser angemietet werden, in denen bis zum Jahresende bis zu 30.000 Geflüchtete untergebracht werden könnten. Allein dafür wurden 151 Millionen Euro eingeplant.

Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sollen bis Ende 2017 22.000 Unterkünfte auf dem Festland und etwa 2.000 weitere auf griechischen Inseln angemietet werden. Zudem erhalten die Flüchtlinge eine nicht zweckgebundene Geldkarte, mit der sie Waren des täglichen Bedarfs und Arzneimittel sowie Fahrkarten kaufen können. Für diesen Teilaspekt des Hilfsprogramms stellt die EU 57,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Dies sei eine völlig neue Art der Hilfe, um die Lebensbedingungen der Geflüchteten zu verbessern, sagte der zuständige EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides. "Heute eröffnen wir ein neues Kapitel im Leben der Flüchtlinge in Griechenland." Ziel sei es, die Menschen aus den Lagern herauszuholen und ihnen dabei zu helfen, ein sichereres und normales Leben zu führen.

Nach Angaben der EU-Kommission verdoppeln die neuen Mittel die Notfallunterstützung für Griechenland in der Flüchtlingspolitik auf insgesamt 401 Millionen Euro. Bisher wurden Hilfen in Höhe von 192 Millionen Euro geleistet. Bis 2020 soll Griechenland mit insgesamt 1,3 Milliarden Euro unterstützt werden.

Der EU-Kommissar für Migration, Dimitris Avramopoulos, sagte über das neue Hilfsprogramm: "Europa bedeutet Solidarität. Und darum geht es bei dieser Entscheidung." Die Kommission habe von Anfang an an der Seite Griechenlands gestanden. Die neuen Hilfen seien eine Unterstützung für das Land, aber vor allem für die Menschen, die Schutz bräuchten.

Derzeit leben in Griechenland etwa 62.000 Flüchtlinge in zumeist überfüllten Auffanglagern. Sie kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Seit der Schließung der sogenannten Balkanroute nach Nordeuropa sitzen sie in Griechenland fest.