Malta - Inselstaat öffnet Ehe für alle Das Parlament in Malta hat für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt. Das neue Gesetz wurde von Mitgliedern aller Parteien unterstützt. © Foto: Darrin Zammit Lupi/Reuters

Der mehrheitlich katholische Inselstaat Malta führt die Ehe für alle ein. Mit nur einer Gegenstimme hat das Parlament in Valletta die Reform beschlossen und setzt sich damit über den heftigen Widerstand der Kirche hinweg. Lediglich der nationalistische Abgeordnete Edwin Vassallo stimmte dagegen, dass auch gleichgeschlechtliche Paare fortan gleichberechtigt heiraten dürfen. Er begründete seine Entscheidung mit seinem christlichen Glauben.

Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hatte nach ihrem Wahlsieg im Juni versprochen, die Ehe für alle als erste Maßnahme ihrer zweiten Amtsperiode umzusetzen. Auch die größte Oppositionspartei schloss sich dem Vorhaben an. Ziel der Reform solle es sein, "die Institution Ehe zu modernisieren", damit alle Erwachsenen das Recht hätten, zu heiraten. In dem Mittelmeerinselstaat leben 400.000 Menschen. Mit seinen nur rund 300 Quadratkilometern gilt Malta als einer der fünf Staaten weltweit mit der höchsten Bevölkerungsdichte.

Malta ist nach Deutschland das 15. Land in Europa, dass die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare öffnet. Der Deutsche Bundestag hatte vor eineinhalb Wochen ebenfalls mit großer Mehrheit die Ehe für alle beschlossen. In vielen weiteren Ländern wie Italien, der Schweiz, Österreich oder Nordirland können Homosexuelle bislang eine Partnerschaft eingehen. In vielen osteuropäischen Staaten der EU sind diese Beziehungen nach wie vor nicht anerkannt – mit Ausnahme von Tschechien, Ungarn, Kroatien, Estland, Slowenien.

In dem katholisch geprägten Land Malta stand Homosexualität bis 1973 noch unter Strafe. 2014 wurden ähnlich wie zuvor auch in Deutschland Partnerschaften mit gleichen Rechten eingeführt. Allerdings durften Homosexuelle bereits Kinder adoptieren. Außerdem verabschiedete das Parlament ein progressives Transsexuellengesetz. Als erster Staat in Europa verbietet Malta seit Ende letzten Jahres Therapien zur "Heilung" von Schwulen und Lesben.