In einer ersten Schätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) belaufen sich die Schäden durch die Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg auf insgesamt zwölf Millionen Euro. Demnach entfällt ein Drittel der Summe – etwa vier Millionen Euro – voraussichtlich auf Autos, der Rest auf Schäden an Wohngebäuden und Geschäften. Die entsprechende Schätzung des GDV basiert auf eingegangene Schadensmeldungen. 

Für Geschädigte, die nicht ausreichend versichert sind, hat die Stadt Hamburg einen Härtefallfonds bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank eingerichtet. Für Feuerschäden – etwa durch Brandsätze – an Wohnhäusern kommt die Wohngebäude- und Hausratversicherung auf. Schäden an Autos übernimmt nur die Kaskoversicherung. Für kaputte Scheiben und angezündete Fahrzeuge zahlt die Teilkaskoversicherung. Wenn Fahrzeuge durch Steinwürfe oder ähnliches beschädigt wurden, ist das laut GDV ein Fall für die Vollkaskoversicherung.

Rund um den zweitägigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer hatte es Anfang Juli Krawalle von Randalierern gegeben. Autos wurden angezündet, einige Geschäfte vor allem im Hamburger Schanzenviertel geplündert und zerstört. Mehr als 20.000 Polizisten waren Einsatz, konnten die Krawalle aber zeitweilig nicht unterbinden. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz geriet unter Druck, wies Forderungen nach seinem Rücktritt aber zurück.

Mit einem Sonderausschuss will die rot-grüne Koalition die genauen Umstände der Ausschreitungen untersuchen. Parallel dazu will die Landesregierung das Gespräch mit den Bewohnern des besonders betroffenen Schanzenviertels suchen. Dabei soll es auch die Zukunft des linksautonomen Kulturzentrums Rote Flora gehen, deren Schließung einige Politiker fordern. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach in der Bild am Sonntag von einer "linken Propagandahöhle" und einer "durch Hamburg wütenden linken Saubande".