Bei einem Angriff auf einen Bus sind im indischen Teil Kaschmirs mindestens sieben Hindus getötet worden. Fünf der Toten seien Frauen, teilte die Polizei mit. Weitere 14 Menschen seien verletzt worden. In dem Bus hätten mehr als 50 Pilger aus dem westindischen Bundesstaat Gujarat gesessen, die auf dem Rückweg vom Höhlenschrein Amarnath im Himalaya gewesen seien, der jährlich von Hunderttausenden Hindus besucht wird. Die Angreifer hätten den Bus auf einer wichtigen Straße nahe der Stadt Anantnag attackiert.

Zu dem Angriff bekannte sich bislang niemand. Aus indischen Sicherheitskreisen hieß es, es werde in alle Richtungen ermittelt. Die Polizei vermute allerdings einen islamistischen Hintergrund.

Die Angreifer hätten zunächst auf ein Polizeifahrzeug geschossen, woraufhin Beamte das Feuer erwidert hätten, sagte die Polizei. Als die Täter wieder auf eine Polizeipatrouille schossen, sei der Bus getroffen worden, hieß es.

Regierungschef Narendra Modi verurteilte die Attacke. "Indien wird sich niemals in solch feigen Angriffen und dem bösen Muster des Hasses verlieren", schrieb er auf Twitter. In Gedanken sei er bei den Verletzten und denjenigen, die bei dem Angriff geliebte Menschen verloren hätten. Auch drei Anführer separatistischer Gruppen in Kaschmir verurteilten die Tat.

Die Spannungen in Kaschmir haben sich in den vergangenen Monaten erneut verstärkt. Die Himalaya-Region ist seit einem Krieg 1947 zwischen den Atommächten Indien und Pakistan geteilt. Beide Länder beanspruchen aber das gesamte, größtenteils von Muslimen bewohnte Gebiet für sich. Im indischen Teil kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen seit 1989 teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.