Der mutmaßliche Täter der Schießerei vor der Disco Grey in Konstanz handelte aus persönlichen Motiven. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Schütze sich mit Mitarbeitern des Clubs gestritten. Es handle sich "nicht um eine islamistisch motivierte Tat", sagte der baden-württembergische Innenstaatssekretär Martin Jäger.

Nach dem Streit fuhr der mutmaßliche Täter laut Staatsanwaltschaft nach Hause, holte ein Sturmgewehr, kehrte zum Club zurück und erschoss den Türsteher. Er selbst wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei lebensgefährlich verletzt und starb später im Krankenhaus. Drei weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist.

Laut Polizei ist der mutmaßliche Täter der Schwager des Betreibers des Nachtclubs und selbst dort mehrmals Gast gewesen. Zuvor hatte es geheißen, der Angreifer sei der Schwiegersohn des Betreibers. Der 34 Jahre alte Mann war der Polizei bereits bekannt, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei der Tatwaffe handelte es sich laut Landeskriminalamt um ein Sturmgewehr vom Typ M16, die Standardwaffe der US-Streitkräfte. Woher der Mann die Waffe hatte, ist unklar.

Polizeipräsident Ekkehard Falk sagte, bei der Schießerei sei wohl Schlimmeres verhindert worden. Durch ein neues Einsatzkonzept der Polizei seien die sogenannten Erstinterventionskräfte schnell vor Ort gewesen.

Der Club soll zum Zeitpunkt der Tat um 4.30 Uhr voll gewesen sein. "Ich sah, wie ein Mann das Magazin in eine Maschinenpistole steckte und plötzlich wahllos auf die Menschen schoss", sagte ein Zeuge kurz nach dem Angriff. Nach den Schüssen waren Gäste des Clubs in Panik geflüchtet und hatten sich versteckt. Laut dem Oberbürgermeister von Konstanz, Uli Burchhardt (CDU), sind Notfallseelsorger im Einsatz, um sich um die Gäste des Clubs und andere Betroffene zu kümmern.