Bei der Messerattacke im Urlaubsort Hurghada handelt es sich nach Informationen aus Sicherheitskreisen in Kairo um einen Angriff der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Bei der Tat am Freitag waren zwei deutsche Frauen mit einem Messer getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. Der Täter sei ein 28 Jahre alter Uni-Absolvent aus dem Norden Ägyptens. Er habe über das Internet Kontakt zum IS gehabt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Auf diesem Wege habe er auch den Auftrag erhalten, Ausländer in dem Badeort anzugreifen.

Die ägyptische Anwaltschaft für Staatssicherheit erklärte hingegen, es sei noch unklar, ob es sich um einen Terrorakt oder eine kriminelle Tat gehandelt habe. Sie rief die Medien dazu auf, Spekulationen und voreilige Schlussfolgerungen zu der Bluttat zu unterlassen. Bislang hat sich auch noch niemand zu der Tat bekannt.

Das Innenministerium berichtete, dass der Angreifer von einem öffentlichen Strand über das Meer zu dem Privatstrand eines Hotels geschwommen sei. Er wurde festgenommen und zur Vernehmung nach Kairo gebracht.

Ein Augenzeuge berichtete, dass der Attentäter gerufen habe, er werde keine Ägypter angreifen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, dass nach bisherigen Erkenntnissen der Angriff nur gezielt ausländischen Touristen gegolten habe. Auf der Flucht von dem Strand hatte der Angreifer im benachbarten Hotel El Palacio versucht, weitere Menschen zu verletzten. Angestellte des betroffenen Hotels berichteten, sie hätten es geschafft, den Angreifer zu stoppen.

Die getöteten Frauen stammten aus Niedersachsen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Sie hätten dauerhaft in Hurghada gelebt, sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Peter-Jürgen Ely.

Die Sicherheitsmaßnahmen in Hurghada wurden verschärft. Einsatzkräfte bewachten die Hotels und Straßen des Urlaubsortes.

Bereits im Januar 2016 hatte ein Mann in Hurghada bei einem Messerangriff drei Touristen verletzt. Der Ort ist mit mehr als 250 Hotelanlagen neben Scham al-Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Für den Tourismus bedeutet der Angriff einen neuen Rückschlag. Die Ferienregion ist auch bei Deutschen beliebt. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren bereits deutlich zurückgegangen.