In Mexiko sind 178 Migranten aus Mittelamerika aus einem Lastwagen befreit worden und damit offenbar knapp dem Tod entgangen. Schleuser hatten den Sattelschlepper auf dem Weg in die USA in der Stadt Tantima im Osten des Landes abgestellt, wie Beamte des Bundesstaats Veracruz sagten. Die Schleuser hatten die eingepferchten Menschen ihrem Schicksal überlassen. Einige konnten jedoch aus dem Lastwagen fliehen und Einwohner der Stadt alarmieren.

Freiwillige leisteten den durstigen und hungrigen Flüchtlingen erste Hilfe, bis diese in ein Auffanglager gebracht wurden. Dort wurden sie ärztlich versorgt und unmittelbar darauf in ihre Heimatländer zurückgebracht. Unter den Betroffenen waren laut den Behörden auch mehrere Minderjährige.

Drogenkartelle wollen mitverdienen

Erst vor einer Woche waren im US-Bundesstaat Texas zehn Menschen in einem überhitzten Lastwagen gestorben, in dem sich möglicherweise bis zu 200 Migranten befanden. Die Polizei ging davon aus, dass die Insassen von Schleppern über die mexikanische Grenze gebracht worden waren. Mehrere Überlebende konnten aus dem Lastwagen flüchten, der auf einem Supermarktparkplatz abgestellt war.

Jedes Jahr versuchen zehntausende Menschen aus Mexiko oder Zentralamerika, heimlich über die Grenze in die USA zu gelangen. Den US-Behörden zufolge sank ihre Zahl in den vergangenen Monaten jedoch deutlich, unter anderem wegen der flüchtlingsfeindlichen Äußerungen und Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump.

Nach Angaben von Menschenrechtlern zählen Veracruz und die angrenzenden Regionen inzwischen zu den gefährlichsten Gebieten für illegale Migranten. Das liegt vor allem an Drogenkartellen wie den Los Zetas, die Lastwagen oftmals nur gegen Geld passieren lassen.