Der rheinland-pfälzische AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Sebastian Münzenmaier, muss sich wegen versuchten Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er soll 2012 zusammen mit anderen Mitgliedern der Ultra- und Hooliganszene aus Kaiserslautern eine Gruppe Ultras aus Mainz angegriffen haben. Das erklärte die Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Mainz.

Münzenmaiers Anwalt Jens George sagte vor Gericht, dass das Haus des Mainzer AfD-Chefs nach dem Vorfall durchsucht wurde. Mehrere Beteiligte wurden bereits zu Strafen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Laut Staatsanwaltschaft lauerte die Gruppe aus Kaiserslautern in der Nacht zum 18. März 2012 vermummt Bussen mit den Mainzer Fans auf. Die mitfahrenden Frauen und Kinder seien in eine angrenzende Halle geflohen. Bei dem Handgemenge erlitten die Beteiligten Platzwunden und Knochenbrüche. Die Mainzer hätten den Angriff mit Flaschenwürfen und Stäben abgewehrt. Bei der Attacke ging es laut Staatsanwaltschaft darum, Banner, Transparente, Fahnen und Kleidungsstücke mit Insignien der Mainzer Gruppe zu erbeuten.

Münzenmaier, der auch Geschäftsführer der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ist, war im März auf den Spitzenplatz der AfD-Landesliste gewählt worden. Der 28-Jährige ist Direktkandidat im Wahlkreis Mainz für die Bundestagswahl am 24. September.