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Auf der Touristenmeile La Rambla in Barcelona hat ein weißer Transporter mehrere Menschen angefahren. Laut katalanischem Innenministerium wurden dabei mindestens 13 Menschen getötet und über 50 verletzt. Es sei möglich, dass die Zahl der Toten noch steige.

Die Polizei behandelt den Vorfall als einen Terroranschlag, ein Verdächtiger wurde festgenommen. Laut der katalanischen Zeitung La Vanguardia wurde der Transporter gemietet. Die spanische Polizei habe außerdem ein zweites Auto gefunden, mit dem der oder die Attentäter hätten fliehen wollen.

Augenzeugen berichteten, der Lieferwagen sei mit hohem Tempo auf Passanten zugefahren. Menschen hätten geschrien und sich in Hauseingängen und Geschäften in Sicherheit gebracht. Der Fahrer des Lieferwagens sei auf der Flucht. "Die Suche nach dem Verursacher des Unfalls läuft. Bewegen Sie sich nicht in das betroffene Gebiet", twitterte die katalanische Polizei. Die Polizei dementierte Berichte, wonach sich eine Person in einem Lokal verschanzt habe. 

Die Innenstadt von Barcelona wurde weiträumig abgesperrt. Geschäfte nahe der Rambla wurden geschlossen, U-Bahn-Stationen werden nicht angefahren, auch Busse fuhren nicht.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf Twitter dazu auf, La Rambla und die nahe Plaça de Catalunya zu meiden, um den Rettungseinsatz nicht zu blockieren. Menschen sollten in ihren Wohnungen und Büros bleiben, hieß es. Laut dem spanischen Fernsehen harrten zunächst zahlreiche Passanten in Restaurants und Einkaufszentren rund um die Flaniermeile aus. Sie hätten sich dort entsprechend einer Anweisung der Sicherheitsbehörden verschanzt. Nach und nach räumt die Polizei die Gebäude.

Anschlag in Barcelona

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy beriet sich mit dem Präsidenten der Region Katalonien, Carles Puigdemont, und sicherte ihm seine Unterstützung zu. Barcelona ist die Hauptstadt der Region im Nordosten Spaniens. Die Beziehung zwischen den Regierungen in Barcelona und Madrid ist angespannt, weil die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Unabhängigkeitsreferendum abhalten will. Demnach verfolgt sie Pläne, sich von Spanien abzuspalten.

La Rambla, die Flaniermeile im Zentrum der Stadt, verbindet die Plaça de Catalunya mit dem Hafen und zieht zahlreiche Touristen an. Das Auswärtige Amt teilte mit, man wisse bisher nicht, ob Deutsche unter den Opfern seien. "Reisenden wird geraten, den Bereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten", hieß es in einer Mitteilung. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Spanien "Solidarität und Freundschaft" zu.