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18. August 2017 vor 2 Monaten aktualisiert
© Manu Fernandez

Barcelona: Behörden ermitteln gegen Terrorzelle

Bis zu 12 Menschen waren laut Polizei an den Anschlägen beteiligt. Der Hauptverdächtige von Barcelona ist laut Berichten tot. Unser Newsblog zum Nachlesen

Terror in Katalonien: Die Ereignisse im Überblick

Am Tag nach den Anschlägen in Barcelona und Cambrils haben die Ermittler Hinweise darauf gefunden, dass mindestens zwei Terrorzellen für die Taten verantwortlich sein könnten. Sie gehen davon aus, dass bis zu 12 Personen beteiligt gewesen sein könnten. Vier Verdächtige hat die Polizei bereits festgenommen. Sie fahndet derzeit nach einem Lieferwagen, der von Verdächtigen gemietet und nicht wieder zurückgegeben wurde. Laut Berichten helfen französische Behörden bei der Suche, da der Wagen möglicherweise die Grenze überquert hat.

Bei dem Anschlag in Barcelona waren am Donnerstagnachmittag 13 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Opfern sind Menschen aus 34 Ländern. Nach Angaben der Bundesregierung sind 13 Deutsche unter den Verletzten, zwei schweben in Lebensgefahr. Der IS hat die Tat für sich reklamiert.

Wenige Stunden nach dem Anschlag in Barcelona, in der Nacht zum Freitag, gab es eine Schießerei in Cambrils, einer Stadt 100 Kilometer südlich von Barcelona. Fünf mutmaßliche Terroristen starben dabei. Im Krankenhaus starb eine Frau, die von den Terrorverdächtigen auf der Flucht vor der Polizei angefahren worden war.

Ermittler gehen davon aus, dass der 17-jährige Moussa O. den Lieferwagen in Barcelona in die Menschenmenge fuhr. Laut Medienberichten ist er tot, er war demnach einer der fünf Verdächtigen, die im Cambrils erschossen worden waren.

Am Mittwoch, dem Tag vor dem Attentat in Barcelona, war es zu einer Explosion in einem Haus in der katalanischen Kleinstadt Alcanar gekommen. Dabei starb mindestens ein Mensch, möglicherweise wurde noch eine zweite Leiche gefunden. Ermittler vermuten, dass in dem Haus die Anschläge geplant und vorbereitet worden waren. Möglicherweise wollte die Gruppe Anschläge deutlich größeren Ausmaßes verüben. Durch die Explosion sei aber laut Ermittlern die Bombenwerkstatt zerstört worden, deshalb hätten die Attentäter umgeplant.

Spaniens Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Freitagmittag wurde auf der Plaça de Catalunya in Barcelona eine Schweigeminute abgehalten. Politiker aus vielen Ländern reagierten mit Entsetzen und Anteilnahme auf die Anschläge.

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung, was wir über die Anschläge in Katalonien wissen. Unsere Themenseite zu Spanien finden Sie hier. Eine Reportage aus Barcelona am Tag nach dem Anschlag lesen Sie hier.

  • 21:44 Uhr
    Ragnar Vogt

    Zwei bei dem Anschlag verletzte Deutsche schweben in Lebensgefahr. Das sagte der Arzt eines Krankenhauses in Barcelona Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei dessen Besuch. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von einer lebensgefährlich verletzten Frau gesprochen.

    Eine Frau mittleren Alters habe bei dem Anschlag schwere Kopfverletzungen erlitten. Ihr Zustand sei äußerst kritisch. Zudem liege eine lebensgefährlich verletzte Jugendliche auf der Intensivstation.

    Zwei weitere Deutsche haben Brüche erlitten und gelten ebenfalls als schwer verletzt. Insgesamt wurden 13 Deutsche bei dem Terroranschlag verletzt. Einige von ihnen konnten die Krankenhäuser mittlerweile wieder verlassen.

  • 20:05 Uhr
    Ragnar Vogt




    Gedenken an die Opfer auf der Flaniermeile La Rambla © Carl Court/Getty Images

  • 19:48 Uhr
    Ragnar Vogt

    Der Hauptverdächtige des Anschlages von Barcelona, Moussa O., ist laut spanischen Medien bereits tot. Er sei unter den fünf Toten, die bei der Schießerei in Cambrils starben, berichtet die spanische Zeitung El Mundo unter Berufung auf Polizeikreise.

    Am Mittag hatte die Polizei eine Fahndung nach Moussa O. gestartet. Er wird verdächtigt, den Lieferwagen gesteuert zu haben, als er in die Menschenmenge auf der Flaniermeile La Rambla raste.

  • 19:14 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Die Identität der 13 Opfer von Barcelona ist noch immer nicht völlig geklärt. Fünf Menschen seien noch nicht identifiziert, sagte ein Vertreter der katalanischen Regionalregierung.

  • 17:30 Uhr
    Ragnar Vogt

    Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den Kampf gegen den Terrorismus als Europas größtes Problem bezeichnet. "Es ist eine globale Bedrohung, und die Antwort muss global sein." Rajoy dankte den Rettungskräften für ihre Arbeit nach den Anschlägen in Barcelona.

  • 16:51 Uhr
    Ragnar Vogt



    Schweigeminute auf der Flaniermeile La Rambla in Barcelona ©Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa

  • 16:33 Uhr
    Ragnar Vogt

    Die Ermittler haben Hinweise darauf, dass der Attentäter von Barcelona unter den fünf Toten der Schießerei in Cambrils gewesen ist. "Die Untersuchung geht in diese Richtung, es gibt mehrere Indizien, aber wir haben keinen konkreten Beweis", sagte ein Polizeisprecher. Drei der fünf mutmaßlichen Attentäter, die bei dem Einsatz in Cambrils erschossen wurden, seien inzwischen identifiziert.

    Zuvor hatte es geheißen, dass möglicherweise Moussa O. der Attentäter von Barcelona gewesen sei. Die Polizei hatte am Mittag eine Fahndung nach Moussa O. gestartet. Ob dieser Verdächtige nun doch unter den Opfern von Cambrils war – oder ob Moussa O. nun doch nicht mehr der Hauptverdächtige für den Anschlag ist, ist derzeit unklar.

  • 16:01 Uhr
    Ragnar Vogt

    Ermittler vermuten, dass die Attentäter ursprünglich einen oder mehrere Anschläge noch größeren Ausmaßes geplant hatten. Das sagte Josep Lluís Trapero, Chef der katalanischen Polizei. Die Taten hätten die Terroristen in einem Haus in Alcanar vorbereitet, das auch als Bombenwerkstatt gedient haben könnte.

    Durch eine Explosion dort hätten die Attentäter ihr Vorhaben verändern müssen. Die Attentäter hätten deshalb "nicht mehr das Material gehabt, um Anschläge noch größeren Ausmaßes zu verüben", sagte der Polizeichef.

    Die Anschläge seien laut Ermittlern von einer Terrorzelle geplant worden, der bis zu zwölf Menschen angehört haben sollen. Die Polizei hat bisher vier Menschen festgenommen. Fünf Verdächtige starben bei der Schießerei in Cambrils. Bei der Explosion in Alcanar sei ein Mensch gestorben. Zudem fahndet die Polizei nach dem Verdächtigen Moussa O. Zählt man diese Menschen zusammen, kommt man auf elf Personen, die der Terrorzelle angehört haben könnten.

  • 15:19 Uhr
    Ragnar Vogt

    Die Polizei fahndet nach Moussa O. als Hauptverdächtigen des Anschlags in Barcelona. Er wird verdächtigt, den Lieferwagen auf der Flaniermeile La Rambla mit hoher Geschwindigkeit auf Passanten gesteuert zu haben. Von der Fahndung hatten spanische Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise bereits berichtet, nun teilte es die katalanische Polizei offiziell mit.

    Moussa O. ist verschiedenen Medienberichten zufolge 17 oder 18 Jahre alt. Er sei der Bruder des am Donnerstag festgenommenen Driss O. Mit Driss' Ausweis sei der Lieferwagen ausgeliehen worden, mit dem die Tat begangen worden sei. Driss habe sich der Polizei gestellt und angegeben, sein Ausweis sei gestohlen worden.

    Moussa O. habe bis zuletzt in der katalanischen Kleinstadt Ripoll gewohnt. Dort war am Freitag ein vierter Terrorverdächtiger festgenommen worden. Um wen es sich bei dem Festgenommenen handelt, teilte die Polizei nicht mit.

  • 14:18 Uhr
    Veronika Völlinger

    Das spanische Innenministerium und die Polizeiführung haben die Verantwortlichen in Barcelona offenbar schon vor Monaten vor der Gefahr eines Terroranschlags auf der Flaniermeile La Rambla gewarnt. Die Stadtverwaltung sei der Empfehlung, Poller an den Rändern des Boulevards aufzustellen, aber nicht gefolgt. Das berichteten die Zeitungen El País und La Vanguardia übereinstimmend. Die Stadtverwaltung habe stattdessen entschieden, die Polizeipatrouillen auf den Ramblas zu verstärken.

    Die Empfehlung zur Aufstellung von Pollern hatte das Ministerium nach den Anschlägen in Nizza und Berlin ausgesprochen. Auch dort waren Terroristen mit Lastwagen in Menschenmengen gefahren. Die Stadtverwaltung von Barcelona wies nach Medienberichten darauf hin, dass es praktisch unmöglich sei, den Boulevard komplett mit Pollern abzusichern. Die Straße müsse für Feuerwehreinsätze offen bleiben. Bürgermeisterin Ada Colau wurde in der Zeitung El País mit den Worten zitiert: "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht."

  • 12:58 Uhr
    Veronika Völlinger

    Die bisherige Chronologie der Anschläge in Katalonien



    Mittwoch: In einem Wohnhaus im südkatalanischen Alcanar kommt es spätabends zu einer Gasexplosion. Ein Mensch stirbt, sieben werden verletzt. Die Polizei sieht später "klare" Verbindungen zum Anschlag in Barcelona.

    Donnerstag: Am Nachmittag um kurz vor fünf Uhr fährt ein Lieferwagen in den Fußgängerbereich der Flaniermeile La Rambla in Barcelona. 13 Menschen sterben, mehr als 100 werden verletzt. Um kurz nach acht Uhr abends bestätigt die Polizei die Festnahme eines Verdächtigen. Etwa eine Stunde später gibt der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont bekannt, dass zwei Verdächtige festgenommen wurden. Um halb zehn reklamiert die Terrormiliz "Islamischer Staat" den Terroranschlag für sich.

    Freitag: Gegen halb zwei Uhr nachts rückt die Polizei zu einem Einsatz im südkatalanischen Küstenort Cambrils aus und tötet fünf Terrorverdächtige, die wohl einen Anschlag verüben wollten. Zuvor hatten diese auf der Flucht vor der Polizei mit einem Auto mehrere Menschen verletzt. Später geben die Behörden auch hier eine Verbindung zu dem Barcelona-Attentat bekannt. Am Morgen um halb neun teilt die Polizei mit, in Ripoll, nördlich von Barcelona, sei ein dritter Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona festgenommen worden. Nach mindestens einem weiteren Terrorverdächtigen wird noch gesucht.

    Mittags teilt das Auswärtige Amt mit, dass 13 Deutsche in Barcelona teils lebensgefährlich verletzt wurden. Möglicherweise gebe es auch einige unter den Todesopfern. Etwa eine Stunde später geben die spanischen Behörden bekannt, dass eine Frau nach der Terrorattacke in Cambrils an ihren Verletzungen gestorben ist. Die Zahl der Toten in Barcelona und Cambrils steigt somit auf insgesamt 14.

  • 12:35 Uhr
    Ferdinand Otto

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat bestätigt, dass unter den 13 verletzten Deutschen drei Jugendliche aus seinem Bundesland sind. Sie gehörten zu einer Reisegruppe und seien schwer verletzt, sagte Laschet in Düsseldorf.

  • 12:32 Uhr
    Ferdinand Otto

    Der spanische König Felipe VI., Ministerpräsident Mariano Rajoy und Tausende Bürger haben in einer Schweigeminute der 14 Todesopfer und über 100 Verletzten des Terroranschlags gedacht. Sie versammelten sich auf der Plaça de Catalunya im Zentrum von Barcelona. Danach applaudierten die Teilnehmer der Zeremonie und riefen: "Ich habe keine Angst."

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