Ein Schleuser soll vor der Küste Jemens für den Tod von bis zu 50 Migranten verantwortlich sein. In einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) heißt es, der Kapitän eines Flüchtlingsschiffs habe alle Insassen gezwungen, ins Wasser zu springen. Insgesamt sollen sich 120 Passagiere aus Somalia und Äthiopien an Bord befunden haben. Das Durchschnittsalter der Migranten lag demnach bei 16 Jahren. 

Überlebende schilderten, der Kapitän habe befürchtet, von Behörden erwischt zu werden, als sich laut Schilderungen von Überlebenden Offizielle dem Schiff näherten. Deshalb habe er sie zum Sprung ins Wasser gezwungen. Inzwischen sei der Schleuser wieder nach Somalia zurückgekehrt. Dort wolle er neue Migranten an Bord nehmen. 

Mitarbeiter der UN-Behörde IOM fanden an der Küste 29 Gräber. Die überlebenden Migranten hätten die Toten dort provisorisch begraben, hieß es. Außerdem seien 22 Menschen vermisst. Die Tat des Schleusers sei "schockierend und unmenschlich", teilte die Organisation mit.

Trotz des Bürgerkriegs im Jemen ist die kurze Route zwischen dem Horn von Afrika und der Arabischen Halbinsel eine beliebte Schleuserroute. Nach IOM-Schätzungen kamen bisher rund 55.000 Migranten vom Horn von Afrika über das Rote Meer und den Golf von Aden. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind Minderjährige aus Somalia und Äthiopien.