Bei seinem Konzert im New Yorker Madison Square Garden hat US-Sänger Billy Joel ein Zeichen gegen zunehmende rechtsextreme Gewalt gesetzt: Während der Zugabe trug er dazu einen gelben Judenstern am Revers sowie auf der Rückseite seines Jacketts.

Laut seiner Sprecherin könne diese Geste womöglich als Reaktion auf die Ereignisse in Charlottesville verstanden werden. Dort war vergangene Woche eine Frau während einer Demonstration gegen eine Kundgebung von Rechtsextremisten getötet worden. Ein junger Rechtsradikaler raste mit seinem Auto in die Gruppe friedvoller Protestler.

Zusammen mit der Sängerin Patti Smith machte sich Joel bei dem Konzert außerdem über die vielen Entlassungen in der Regierung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump lustig. Fotos von geschassten Regierungsmitarbeitern wurden bei einem Lied von Smith, Goodbye to you, eingeblendet. Auch ein Foto von Ex-Chefberater Stephen Bannon war darunter.

Joel ist Sohn jüdischer Eltern und beschreibt sich als Anhänger der jüdischen Kultur. Sein in Nürnberg geborener Vater floh mit gefälschtem Pass vor den Nazis über die Schweiz, Großbritannien und Kuba in die USA. Den Davidstern hatten Juden zur Zwangskennzeichnung im deutschen Nationalsozialismus tragen müssen.

Zuletzt hatte der Sänger im Interview mit dem Rolling Stone noch gesagt, er wolle sich lieber aus politischen Themen heraushalten. "Ich bin ein Privatbürger und habe ein Recht auf meine eigenen politischen Ansichten, aber ich versuche, den Menschen nicht in Sonntagsreden zu sagen, was ich denke", sagte er.