Die Terrormiliz Boko Haram hat im Norden von Nigeria bei Angriffen auf zwei Dörfer mindestens 27 Menschen getötet. Das teilten Mitglieder der jeweiligen Selbstverteidigungskräfte in Nganzai und Guzamala mit. Die Angriffe seien bereits am Mittwoch erfolgt.

Demnach töteten die Angreifer von Boko Haram in Nganzai mindestens 15 Menschen und verletzten zwei weitere. Sie sollen auch Häuser der Dorfgemeinde in Brand gesetzt haben. In Guzamala seien zwölf Menschen getötet worden, vier weitere wurden verletzt.

Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der nigerianische Präsident, Muhammadu Bohari, erklärt, die islamistische Terrorgruppe sei zerschlagen. Der nigerianische Präsident sagte, der Generalstabschef der Armee habe ihm mitgeteilt, "dass die Terroristen auf der Flucht sind, keinen Ort mehr haben, wo sie hin können".

Experten bezweifelten jedoch, ob Boko Haram tatsächlich besiegt worden sei. Die neuerlichen Vorfälle setzen die Regierung unter Druck, den Schutz der Bevölkerung im Norden des Landes zu garantieren. Bereits Ende Juli hatte Boko Haram in einem Feuergefecht mindestens 50 Soldaten, Geologen und Mitarbeiter des staatlichen Ölkonzerns NNPC getötet.

Vor etwa einer Woche rief Bohari seine Truppen dazu auf, den Kampf gegen Boko Haram neu zu beleben und zu verstärken. Die Terrormiliz versuche wieder, eine Serie von Terroranschlägen auf "weiche Ziele" zu verüben.

Boko Haram entstand 2009 in der nördlichen Provinz Borno, die bis heute als ihr Kerngebiet gilt. Die Terrormiliz kämpft für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die sunnitischen Extremisten verüben unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen.

In dem Konflikt wurden bereits mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) sind wegen der Bedrohung durch Boko Haram inzwischen etwa 1,4 Millionen Kinder auf der Flucht.