Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Taifune sind auf der Insel Guam keine Seltenheit. Nun kommen noch Drohungen aus Nordkorea hinzu, das den militärischen Außenposten der USA, auf dem 6.000 Soldaten stationiert sind, angeblich anzugreifen erwägt. 14 Minuten bräuchten nordkoreanische Raketen bis zu der Pazifikinsel, wie die Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums, Jenna Gaminde, sagte. 

Die Behörden des amerikanischen Außengebiets haben der Bevölkerung deshalb Verhaltensregeln an die Hand gegeben. Im Fall eines Alarms sollten die Bewohner rasch in einem festen Gebäude Schutz suchen und vorerst dort bleiben, heißt es in einem der Informationsblätter, die auch über Facebook verbreitet wurden.  

Darin finden sich auch Ratschläge für das Zusammenstellen eines Notfallkoffers sowie allgemeine Verhaltensregeln wie etwa: "Schauen Sie nicht in den Blitz oder Feuerball –  er könnte Sie blenden", oder: "Legen Sie sich flach auf den Boden und bedecken Sie ihren Kopf", heißt es für Menschen, die im Freien überrascht werden sollten. 

Sogar für den Fall eines Angriffs mit Atomwaffen empfiehlt eines der Informationsblätter: "Wenn möglich, duschen Sie mit viel Seife und Wasser, um die radioaktive Kontaminierung zu entfernen." Eine Haarspülung dürfe jedoch nicht verwendet werden, "denn sie bindet radioaktives Material an Ihr Haar".

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet © ZEIT ONLINE

Nordkoreas Militär hatte am Donnerstag erklärt, es sei dabei, seine Pläne zum Abschuss von vier Raketen in Richtung des US-Stützpunkts Guam abzuschließen. Diese sollten dann 30 bis 40 Kilometer vor Guam in den Pazifik stürzen. Allerdings gehen einige Experten davon aus, dass es so weit nicht kommen wird. So rechnet etwa der deutsche Raketenexperte Robert Schmucker von der TU München nicht mit einer echten militärischen Auseinandersetzung zwischen Nordkorea und den USA. Er hat zudem Zweifel, ob die militärische Aufrüstung des ostasiatischen Landes wirklich so weit ist, wie es die Führung in Pjöngjang darstellt. Bei den jüngsten Tests der Nordkoreaner seien die Raketen nicht weit geflogen.

Nordkorea-Konflikt - Weltweite Kritik zu den Spannungen zwischen Nordkorea und Trump US-Präsident Donald Trump und der norkoreanische Machthaber Kim Jong Un haben in den vergangenen Tagen mehrfach mit Militärschlägen gedroht. Angela Merkel und der russische Außenminister kritiserten das Verhalten. © Foto: Jonathan Ernst/Reuters