In Rom ist es zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und der Polizei gekommen. Wie der Guardian und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, gingen Polizisten gewaltsam gegen ehemalige Bewohner eines illegal besetzten Hauses vor. Demnach setzten die Beamten Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Zwei Menschen wurden festgenommen.

Zu den Ausschreitungen kam es auf dem Piazza Indipendenza unweit des Hauptbahnhofs. Dort war vor einigen Tagen ein illegal besetztes Haus geräumt worden, in dem seit fünf Jahren etwa 800 Flüchtlinge lebten. Den Berichten zufolge hielten sich 100 von ihnen auch nach der Räumung weiterhin auf dem Platz auf.

Fernsehbilder zeigten Flüchtlinge, die sich eine Straßenschlacht mit der Polizei lieferten. "Als ich gegen neun Uhr auf dem Platz ankam, lag überall verstreut Müll herum", berichtete ein Reporter des Fernsehsenders TerminiTV. Auch der Verkehr sei zwischenzeitlich gestoppt worden.

Dem Guardian zufolge waren auf dem Platz Matratzen, Mülleimer und zerbrochene Plastikstühle zu sehen. Auf dem Gehsteig habe ein Feuer gebrannt. Am Gebäude, in dem die Flüchtlinge zuvor lebten, hing ein Transparent, auf dem auf Italienisch stand: "Wir sind Flüchtlinge und nicht Terroristen."

Räumung wegen Sicherheitsbedenken

Die italienische Polizei teilte mit, dass die Flüchtlinge sich geweigert hätten, von der Stadt angebotene Unterkünfte zu nutzen. Die Räumung sei außerdem wegen Sicherheitsbedenken durchgeführt worden, weil Gaskocher und andere leicht entzündbare Gegenstände auf Straßen ein Risiko für die Anwohner darstellten. Bei der Räumung des Platzes hätten die Flüchtlinge Gaskanister geöffnet und die Einsatzkräfte mit Steinen und Flaschen beworfen. Auch Pfefferspray sei gegen die Polizei verwendet worden.

Berichten zufolge handelt es sich bei einem großen Teil der Hausbesetzer um Eritreer und Äthiopier, denen Asyl gewährt wurde und die teilweise schon mehr als zehn Jahre in Italien lebten. Sie verwalteten das Gebäude als sich selbst versorgende Kommune. Menschen, die das Haus nicht bewohnten, sei der Zutritt untersagt worden.

Die Flüchtlinge hatten sich zuvor beschwert, dass die ihnen angebotenen Unterkünfte keine dauerhaften Bleiben darstellen würden. Außerdem würden solche Umzüge dazu führen, dass die Gemeinschaft der Bewohner auseinandergerissen würde.

"Die Behörden müssen dringend angemessene Wohnalternativen suchen und herausfinden, ob es bei der Räumung zur Anwendung von Gewalt kam", sagte Judith Sunderland von der Hilfsorganisation Human Rights Watch. Es sei schwer verständlich, dass der Einsatz von Wasserwerfern nötig gewesen sei.