Die niederländische Polizei hat vor der Konzertabsage in Rotterdam "eine konkrete Information" über einen geplanten Anschlag auf die US-Rockband Allah-Las erhalten. Die Terrorwarnung am Mittwochabend beruhte auf einem Hinweis der spanischen Polizei, wonach "ein Attentat an diesem Tag, an diesem Ort und auf diese Band verübt werden" sollte, sagte Rotterdams Polizeichef Frank Paauw.

Nach der Absage des Rockkonzerts wegen der Terrorwarnung nahm die Polizei einen 22-Jährigen fest. "Er ist in Gewahrsam und wird zu der Drohung in Rotterdam befragt werden", sagte Polizeisprecher Roland Ekkers. Seine Wohnung sei gründlich durchsucht worden. Der Einsatz fand in der Nacht in der an Belgien grenzenden Provinz Nordbrabant statt. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen niederländischen Staatsbürger.

Die Terrorwarnstufe in den Niederlanden befindet sich derzeit auf Level vier von fünf. Diese werde beibehalten, teilte der Sprecher des Chefs der niederländischen Anti-Terror-Behörde mit. Obwohl der Hinweis aus Spanien kam, steht der Vorfall Justizkreisen zufolge nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona vergangene Woche. Die kalifornischen Musiker von Allah-Las, deren Namenswahl nach eigenen Angaben nichts mit religiösen Inhalten zu tun hat, teilten mit, sie seien dankbar, dass die mögliche Gefahr entdeckt wurde, bevor jemand verletzt worden sei.

Ein anderer vorläufig festgenommener Mann stellte sich derweil als harmlos heraus. Der am Vorabend in Rotterdam festgenommene Fahrer eines Lieferwagens mit Gasflaschen sei betrunken gewesen, teilte die Polizei mit. Der Monteur aus Spanien war durch seine Fahrweise und sein spanisches Kennzeichen aufgefallen. Für die Ladung mit Gasflaschen in seinem Wagen habe er eine nachvollziehbare Erklärung geben können: Sie seien für den Hausgebrauch gewesen.  


Terrorwarnung - Rockkonzert in Rotterdam abgesagt In der Nähe des Veranstaltungsortes war ein mit Gasflaschen beladener Lieferwagen mit spanischem Kennzeichen entdeckt worden. Der zuvor festgesetzte Fahrer stellte sich als harmlos heraus. © Foto: picture alliance / AP Photo