Terrorwarnung - Rockkonzert in Rotterdam abgesagt In der Nähe des Veranstaltungsortes war ein mit Gasflaschen beladener Lieferwagen mit spanischem Kennzeichen entdeckt worden. Der zuvor festgesetzte Fahrer stellte sich als harmlos heraus. © Foto: picture alliance / AP Photo

In der niederländischen Stadt Rotterdam ist nach einer Terrorwarnung der spanischen Polizei ein Konzert der US-Rockband Allah-Las abgesagt worden. Das berichtete Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb. Die Polizei teilte mit, sie habe die Warnung ernst genommen und nach einem Gespräch mit den Organisatoren entschieden, das Konzert abzusagen.

In der Nähe des Veranstaltungsorts hielt die Polizei einen Kleinlaster mit spanischem Nummernschild an, in dem sich laut Bürgermeister mehrere Gasflaschen befunden haben sollen. Die Beamten nahmen den Fahrer fest. Er wurde verhört und der Transporter untersucht. Aboutaleb ergänzte, noch sei unklar, ob die beiden Vorgänge miteinander in Verbindung stehen. Eine Verbindung zu den Anschlägen in Spanien in der vergangenen Woche gab es nach Angaben der niederländischen Antiterrorbehörde zunächst nicht.

Konzertveranstalter Rotown twitterte, der Veranstaltungsort Maassilo werde wegen der Bedrohung evakuiert. Das Konzert hatte noch nicht begonnen, als die Entscheidung fiel, den Auftritt abzusagen. Sicherheitskräfte evakuierten das Gebäude im Hafengebiet von Rotterdam. Auch Antiterrorkräfte seien im Einsatz gewesen, hieß es.

Nach den Anschlägen in Spanien in der vergangenen Woche, bei denen 15 Menschen starben, war aus ermittlernahen Kreisen bekannt geworden, dass die mutmaßlichen Attentäter offenbar mehrere größere Anschläge planten. In einem von einer mutmaßlichen Terrorzelle genutzten Haus fand die Polizei 120 Gasflaschen und Sprengstoff.

Allah-Las ist eine vierköpfige Band aus Los Angeles. Bandmitglieder sagten der britischen Zeitung The Guardian vergangenes Jahr in einem Interview, dass sie sich für das Wort Allah entschieden hätten, weil sie einen Bandnamen wollten, der heilig klinge, und ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass er Anstoß erregen könnte. "Wir erhalten E-Mails von Muslimen, hier in den USA und der ganzen Welt, die sagen, dass sie sich gekränkt fühlten, aber das war absolut nicht unsere Absicht", sagte Frontsänger Miles Michaud.