Die rumänische Küstenwache hat ein Fischerboot mit 68 Flüchtlingen aufgegriffen, die über das Schwarze Meer nach Rumänien gelangen wollten. Wie der rumänische Grenzschutz mitteilte, stammen die Menschen nach eigenen Angaben aus dem Irak und aus Syrien. Auf dem Boot hätten sich demnach 23 Kinder, 35 Männer und zwölf Frauen befunden, darunter eine Schwangere. Das Boot sei in den Hafen von Mangalia im Südosten Rumäniens geleitet worden.

Zu der Nationalität der Männer, die das Boot steuerten, machten die Grenzschützer keine Angaben. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge handelt es sich bei den Schleusern um zwei Männer türkischer Staatsangehörigkeit.

In Rumänien ist das der zweite Vorfall dieser Art binnen acht Tagen. Vor einer Woche waren bereits 69 Flüchtlinge auf dem Schwarzen Meer gefasst worden. Ein Bulgaren und ein Zyprer hatten das Boot gesteuert. 

Neben den Bootsflüchtlingen griffen rumänische Grenzschützer im Westen des Landes in den Laderäumen zweier Lastwagen jeweils 42 und 24 Flüchtlinge auf. Diese wollten über den Landweg nach Ungarn gelangen. Unter ihnen befanden sich insgesamt 19 Kinder. Auch sie stammten vorwiegend aus dem Irak und Syrien. Einer der Lastwagenfahrer sei Rumäne, der andere Türke gewesen, teilte die Grenzpolizei mit.

Ausgangspunkt Türkei

Mögliche neue Routen für Flüchtlinge, die von der Türkei oder ostgriechischen Inseln starten.

Mögliche neue Routen für Flüchtlinge, die von der Türkei oder ostgriechischen Inseln starten

Rumänien befürchtet, dass das Schwarze Meer wegen der zahlreichen Beschränkungen und Patrouillen im Mittelmeer und in der Agäis zu einer alternativen Flüchtlingsroute werden könnte. Rumänien gilt als eines der ärmsten Länder Europas und wehrte sich lange Zeit gegen die Quotenregelung und den Verteilungsschlüssel der EU. Das Land hatte im August aber zugesagt, fast 2.000 Flüchtlinge aus Griechenland und der Türkei aufzunehmen.

Aktuell leben mehr als zwei Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Seitdem auf der Balkanroute an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn 2015 ein Zaun errichtet wurde, nutzen Flüchtlingen die Route über Rumänien häufiger. Dabei siedeln sie über das Schwarze Meer Richtung Norden nach Rumänien über, bevor sie über Ungarn nach Zentraleuropa gelangen.