Nach dem Zusammenstoß eines US-Kriegsschiffs mit einem Öltanker vor Singapur haben Taucher die Leichen von mehreren amerikanischen Soldaten entdeckt. Dies bestätigte der Kommandant der amerikanischen Pazifikflotte, Scott Swift. Demnach wurden die Toten im Bauch des Zerstörers USS John S. McCain gefunden. Wie viele Tote geboren wurden, sagte Admiral Swift nicht. Die Suche laufe noch.

Zudem konnten Swift zufolge malaysische Schiffe in der Nähe der Unglücksstelle eine Leiche aus dem Wasser bergen. Offiziell werden noch immer zehn Seeleute vermisst. Es wird befürchtet, dass keiner von ihnen überlebt hat.

Die McCain liegt mittlerweile im Hafen von Singapur, wohin sie nach dem Zusammenstoß aus eigener Kraft fahren konnte. An der Backbordseite des Schiffes klafft ein drei Meter großes Loch. Im Inneren des Schiffes sind mehrere Räume überflutet, die von Spezialtauchern abgesucht wurden. Es wird vermutet, dass die Soldaten von dem Zusammenstoß überrascht wurden und sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.

Beim Zusammenstoß wurden auch mehrere US-Matrosen verletzt. Vier von ihnen wurden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Singapur geflogen, wie das Flottenkommando mitteilte. Die Kollision hatte sich am frühen Morgen ereignet, etwa acht Kilometer entfernt von der Küste Malaysias. An Bord des Tankers Alnic MC, der unter der Flagge Liberias fährt, wurde niemand verletzt.

Die USS John S. McCain ist nach dem Vater und dem Großvater des US-Senators John McCain benannt. Beide dienten in der US-Marine als Admiräle. Das Schiff dient unter anderem der Raketenabwehr und ist mit Lenkraketen bestückt.

Erst Mitte Juni waren sieben US-Soldaten beim Zusammenstoß des Zerstörers USS Fitzgerald mit einem Containerschiff ums Leben gekommen. Zwei weitere Unglücke der US-Marine in diesem Jahr gingen glimpflich aus. "Jeder dieser vier Zwischenfälle ist einzigartig. Aber sie können nicht getrennt voneinander betrachtet werden", sagte Flottenkommandant Swift. Die Marine werde ermitteln, ob es einen "gemeinsamen Grund" gibt. Dies sei die Armee den toten Seeleuten und ihren Familien schuldig.