Sierra Leone - Hunderte Tote nach Erdrutsch in Sierra Leone Zahlreiche Menschen am Fuß des Berges Mount Sugar Leaf wurden von der Katastrophe im Schlaf überrascht. © Foto: Ernest Henry/Reuters

Überschwemmungen haben im westafrikanischen Staat Sierra Leone mehr als 300 Menschen in den Tod gerissen. Allein in der Hauptstadt Freetown wurden nach Angaben des Roten Kreuzes 312 Tote gezählt. Die Rettungsdienste rechneten mit einem Ansteigen der Opferzahlen, der Katastrophenschutz sprach zunächst von 2.000 Obdachlosen. Laut dem Roten Kreuz sind Rettungskräfte dabei, die Opfer zu bergen und Verschüttete aus den Geröllmassen zu befreien. Auch Mitarbeiter des Militärs sind im Einsatz. Überflutete Straßen erschweren jedoch die Bergungsarbeiten.

Nach starken Regenfällen war ein Teil eines Hügels in der Hauptstadt Freetown abgebrochen. Die Schlammlawine erfasste in den frühen Morgenstunden ganze Siedlungen. Viele Bewohner wurden offenbar im Schlaf überrascht. Das größte Krankenhaus, das Connaught-Hospital, musste seinen Betrieb einschränken, weil Keller und Erdgeschoss übergelaufen sind.

Im dicht besiedelten Freetown lebt rund eine Million Einwohner. Die Infrastruktur gilt als schlecht. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel neben einer Flussmündung und gilt aufgrund ihrer hohen Niederschläge als einer der feuchtesten Orte der Welt. Nach Angaben des Vizepräsidenten Victor Foh wurden in dem Katastrophengebiet zahlreiche Gebäude illegal errichtet. 

In der Regenzeit von Mai bis November kommt es dort immer wieder zu starken Überschwemmungen, besonders betroffen sind die Armenviertel. Viele davon liegen auf Höhe des Meeresspiegels und haben nur mangelhafte Schutzsysteme. Zudem sind weite Teile der Stadt abgeholzt, sodass Wurzelwerke die Böden nicht ausreichend halten können.