Die Vergabe von Studienplätzen mit bundesweitem Numerus clausus wird zum Fall für das Bundesverfassungsgericht. Die Karlsruher Richter beschäftigen sich Anfang Oktober mit dem Auswahlverfahren für Medizinstudenten. Angerufen wurden sie vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, das bezweifelt, dass die Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Für die zentrale Vergabe der Studienplätze gibt es ein Quotensystem: Ein Fünftel der Plätze geht an die Bewerber mit den besten Abiturnoten, ein weiteres Fünftel wird nach Wartezeit vergeben. Für die übrigen Plätze hat jede Hochschule ein eigenes Auswahlverfahren. Für das Fach Humanmedizin sind die Plätze hart umkämpft: Im Wintersemester 2014/15 kamen nach den Angaben des Gerichts etwa 43.000 Bewerber auf rund 9.000 Studienplätze, die Wartezeit betrage mittlerweile 15 Semester.

Die Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen beanstanden unter anderem, dass die Abiturnoten bundesweit nicht vergleichbar seien und es deshalb Landesquoten brauche (Az. 1 BvL 3/14 und 4/14). Überhaupt spiele die Note eine zu große Rolle. Das Bundesverfassungsgericht hatte in den 1970er Jahren Kriterien für die Studienplatzvergabe entwickelt. Nun stelle sich die Frage, ob diese Rechtsprechung fortentwickelt werden müsse, hieß es.

Außer in der Humanmedizin gibt es einen bundesweiten Numerus clausus auch für Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie.