Ein Imam der katalanischen Stadt Ripoll, Abdelbaki E., steht im Verdacht, Anführer der Terrorzelle gewesen zu sein. Ermittler vermuten, dass er die jungen Attentäter von Barcelona und Cambrils radikalisiert haben könnte, berichten spanische Medien, unter ihnen El Pais.

Demnach untersuchten die Behörden, ob der Imam bei der unbeabsichtigten Explosion im Hauptquartier der Zelle in Alcanar getötet worden ist. Die Polizei hätte das Haus von E. durchsucht, unter anderem um DNA-Proben zu nehmen. Diese sollten mit den Leichenteilen, die in dem Hauptquartier gefunden worden waren abgeglichen werden, berichtet El Pais. Die Nachrichtenagentur AP meldet unter Berufung auf Polizeikreise, dass sich der Verdacht gegen E. erhärtet habe. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.

In Ripoll hatte die Polizei seit dem Anschlag mehrere Verdächtige festgenommen. Der Leiter von E.s Moschee, Ali Yassine, verurteilte die Anschläge und sagte, E. habe im Juni Ripoll abrupt verlassen, um angeblich nach Marokko zu fahren. Seitdem habe er ihn nicht gesehen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Gruppe in dem Haus in Alcanar noch einen viel verheerenderen Anschlag mit Gas oder Sprengstoff plante. Diese Pläne zerschlugen sich aber offenbar, als es Mittwochnacht zu der Explosion kam und der Imam getötet wurde.

Stattdessen verübte die Zelle die Auto-Attacken in Barcelona und Cambrils. Dabei gab es insgesamt 14 Opfer, außerdem starben fünf mutmaßliche Terroristen bei einer Schießerei mit der Polizei.