Verschiedene Tierschutz-, Natur- und Schäferorganisationen haben eine erste Einigung für den Umgang mit Wölfen erzielt. Dabei sind unter anderem der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der WWF, der Bundesverband der Berufsschäfer und der Ökologische Jagdverband, der wesentlich größere Deutsche Jagdverband und der Deutsche Bauernverband haben sich dem Programm nicht angeschlossen. 

Die Verbände fordern gemeinsam, dass in Schutzzäune investiert wird, und dass die Bundesländer ein Wolfsmanagement einführen. Außerdem sollen Schäfer schnell einen Schadensausgleich erhalten, sollte ein Wolf ihre Herde angreifen.

Die Einigung beinhaltet auch, dass Naturschutzbehörden als letztes Mittel auf Wölfe schießen können. "Einzelne Wölfe dürfen nicht die Akzeptanz für die ganze Art gefährden", sagte Moritz Klose, Wildtierexperte beim Umweltschutzverband WWF. Bisher habe es beim Thema Wolf eher Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Interessengruppen und emotionale Diskussionen gegeben.

Es sei nicht damit getan, einzelne "Problemwölfe" zu entnehmen und Zäune zu ziehen, sagte der Generalsekretär vom Deutschen Bauernverband, Bernhard Krüsken, der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Es bedarf einer Bestandsregulierung und einer Festlegung von Gebieten, die für eine Wiederansiedlung des Wolfes nicht in Frage kommen."

Wölfe breiten sich seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland aus. Laut Nabu wurden in diesem Jahr bundesweit 61 Rudel mit jeweils sieben bis zehn Tieren und 19 Paare beobachtet. Zwischen 2002 und 2015 haben Wölfe nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes mehr als 2000 Nutztiere gerissen.

Österreich - Einmal einen Wolf streicheln In einem Wildpark Österreichs können Menschen Wölfen hautnah begegnen. Bei dem Selbsterfahrungstrip sollen die Führungsqualitäten der Teilnehmer geschärft werden. © Foto: AFP-TV