Ranghohe Polizeibeamte aus der Türkei haben Berichten zufolge in Deutschland Asyl beantragt. Darunter soll ein ehemaliger türkischer Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts (BKA) sein, berichten Welt und Spiegel übereinstimmend. Laut Welt haben außerdem Ermittler der türkischen Nationalpolizei Asyl beantragt.

Das Bundesinnenministerium wollte sich auf Nachfrage der Zeitungen mit Verweis auf den Persönlichkeits- und Datenschutz nicht zu Einzelpersonen äußern.

Rund 150.000 Staatsbedienstete, darunter Polizisten, Justizbeamte und Lehrer, wurden seit dem gescheiterten Staatsstreich im Juli 2016 in der Türkei entlassen. Sie werden verdächtigt, Anhänger der Gülen-Bewegung zu sein, die von der türkischen Regierung für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird.

In Deutschland haben seit August 2016 demnach etwa 6.700 türkische Staatsbürger Asyl beantragt. Darunter sind auch mehrere Hundert Militärangehörige und Personen mit Diplomatenstatus sowie deren Familien. Im Mai erhielten die ersten türkischen Antragsteller mit Diplomatenpässen laut Bundesinnenministerium Asyl in Deutschland. Die Türkei kritisierte die Entscheidung, sie belastet seitdem die deutsch-türkischen Beziehungen.

Vergangenen Monat stieg die Zahl der türkischen Asylbewerber in Deutschland wieder. Im Juli wurden 620 Asylsuchende aus dem Land registriert. Im Vormonat waren es 433 gewesen, im Mai 498, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion hervorgeht. Etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der türkischen Asylbewerber erhielt im Juli auch Schutz in Deutschland.