Fünf Transgenderfrauen aus den Streitkräften der USA verklagen Präsident Donald Trump und das Pentagon. Trump hatte Ende Juli angekündigt, dass kein Transgender mehr in der US-Armee dienen soll. Mit der Klage wollen die Frauen erreichen, dass das reaktivierte Transgenderverbot für verfassungsfeindlich erklärt wird.

Das Nationale Zentrum für die Rechte von Lesben (NCLR) und die Rechtsbeistandsorganisation Glad reichten die Klage gemeinsam im Namen der Transgenderfrauen ein. Damit verklagen sie Trump, US-Verteidigungsminister James Mattis und andere hohe Militärbeamte. In der Klageschrift heißt es, die Frauen sähen sich nun unter anderem mit den Fragen konfrontiert, ob sie entlassen werden und ob sie ihre Rentenbezüge verlieren.

Vor zwei Wochen hatte Trump getwittert, dass Transgender "in keiner Funktion" in der Armee dienen dürften. Die Regierung werde es nicht erlauben, dass sie im Militär dienten. Das Militär müsse sich auf den "entscheidenden und überwältigenden Sieg" konzentrieren und könne nicht mit den "enormen medizinischen Kosten und Störungen" belastet werden, die mit dem Einsatz von Transmenschen einhergingen. Trump habe dies nach Konsultationen mit Generälen und Militärexperten entschieden. Verteidigungsminister Mattis befand sich zur Zeit der Ankündigung gerade im Urlaub.

In der US-Armee gilt bereits ein Transgenderverbot. Allerdings war unter Trumps Vorgänger Barack Obama angeordnet worden, dieses Verbot aufzuheben. Der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter hatte ermöglicht, dass Transmenschen mit Wirkung zum 1. Juli 2017 nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen. Dieser Termin wurde dann vom Pentagon kurzfristig um ein halbes Jahr verschoben, um Zeit für weitere Prüfungen zu haben. 

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen, sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es nach Schätzungen zwischen 1.320 und 15.000 Transgender.