Auf einer Autobahn in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen hat die Bundespolizei einen Lkw mit 51 Menschen gestoppt. Die Insassen waren auf der Ladefläche teils stehend unterwegs, wie ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin sagte. Bei den 20 Männern, 14 Frauen sowie zehn Jungen und sieben Mädchen handele es sich nach ersten Erkenntnissen um verschiedene Familien. Mindestens einer der Geschleusten sei Anfang September in Rumänien als Flüchtling registriert worden. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei den Flüchtlingen um irakische Staatsangehörige. Sie alle sollten in die zentrale Aufnahmestelle des Landes Brandenburg nach Eisenhüttenstadt gebracht  werden. 

Der 46 Jahre alte Fahrer war mit einem Lkw mit türkischer Zulassung Richtung Berlin unterwegs gewesen. Die Bundespolizei nahm den Fahrer vorläufig fest und leitete gegen ihn Ermittlungen wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise sowie der Einschleusung von Ausländern ein. Der Fahrer sowie die geschleusten Personen wurden vernommen. Der Sprecher sagte, der Fahrer habe sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert. Er soll vor den Haftrichter.

Derzeit läuft in Ungarn der Prozess gegen eine Gruppe von elf mutmaßlichen Schleusern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für den Tod von 71 Flüchtlingen verantwortlich zu sein, die im Jahr 2015 in Österreich erstickt im Laderaum eines Kühl-Lkws gefunden worden waren. Ende Juni hatte auch die rumänische Polizei 91 Flüchtlinge in einem Lkw entdeckt.