Der Angeklagte im Fall der in Freiburg getöteten Studentin hat gestanden, die junge Frau missbraucht, gewürgt und bewusstlos ins Wasser gelegt zu haben. Zugleich drückte er sein Bedauern gegenüber der Familie des Opfers aus. "Das, was ich getan habe, darüber bin ich aus tiefstem Herzen traurig", sagte der afghanische Flüchtling vor dem Landgericht Freiburg. Er bat die Angehörigen, ihm zu verzeihen. Die Eltern treten in dem Verfahren als Nebenkläger auf, erschienen aber nicht selbst im Gerichtssaal.

Am Tag der Tat habe er Alkohol getrunken und Haschisch geraucht, sagte der Angeklagte. Es sei ihm nicht gut gegangen. Nach dem Tod des Opfers habe er täglich Qualen erlitten. Er lebe momentan wie in der Hölle.

Die 19-Jährige war vergewaltigt und am Ufer des Flusses Dreisam abgelegt worden. Sie ertrank im knietiefen Wasser. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, aus Heimtücke und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes gehandelt zu haben. Das Alter des Mannes und die genaue Identität sind nach wie vor unklar. Er hatte angegeben, 17 Jahre alt zu sein. Zwei von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Altersgutachten kamen jedoch zum Ergebnis, dass er zur Tatzeit mindestens 22 Jahre alt war.

Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Er war zuvor bereits in Griechenland wegen einer Gewalttat gegen eine Frau inhaftiert worden. Im Oktober 2015 war er auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Danach war er untergetaucht und nach Deutschland gekommen. Der Fall hatte bundesweite Aufmerksamkeit und eine Debatte über die Berichterstattung der Medien ausgelöst. Insgesamt sind 16 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte im Dezember fallen.