Der Hurrikan Irma hat den Süden des US-Bundesstaats Florida erreicht und bewegt sich weiter nach Norden. Gegen 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit befand sich Irma 55 Kilometer südlich von Naples an der Westküste Floridas. Der Wirbelsturm wurde später auf die Kategorie zwei zurückgestuft. Die Windgeschwindigkeiten betrugen aber immer noch mehr als 170 Kilometer pro Stunde. "Bleiben Sie weg vom Wasser", schrieb das US-Hurrikanwarnzentrum NHC. Nahe Naples drohen bis zu fünf Meter hohe Wellen.

An der Ostküste sorgte Irma unter anderem in Miami für Überschwemmungen. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie sich Wassermassen in der Innenstadt Miamis ausbreiten. Nach Angaben von Anwohnern stand das Viertel Brickell zum Teil unter Wasser.  Zwei große Baukräne brachen im Sturm zusammen, meldete der Miami Herald. Das Rettungszentrum in Miami konnte nur auf drei von 41 Hilferufen eingehen, die in der Nacht zum Sonntag registriert wurden. Ebenfalls im Osten Floridas entwickelten sich binnen einer Stunde sechs Tornados, wie der nationale Wetterdienst berichtete.

Nach Berichten des Fernsehsenders ABC News starben bei Verkehrsunfällen, die der Sturm mitverursacht hat, drei Menschen. Im Süden des Bundesstaats soll ein Mann durch Sturmböen die Kontrolle über seinen Lastwagen verloren haben und tödlich verunglückt sein. Zwei weitere Menschen kamen bei einem Unfall ums Leben, wie die örtliche Autobahnpolizei dem Sender bestätigte. Auch hier soll der starke Regen, den der Hurrikan mitgebracht hat, für die Kollision mitverantwortlich gewesen sein.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde kamen in Florida insgesamt 127.000 Menschen vorübergehend in Notunterkünften unter. Sie seien in mehr als 500 verschiedenen Gebäuden untergebracht worden. 2,5 Millionen Haushalte waren ohne Strom. In ganz Florida waren mehr als sechs Millionen Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Das Nationale Hurrikanzentrum erwartet, dass Irma sich an der Westküste Floridas nach Norden bewegt. Das Sturmzentrum wird den Berechnungen zufolge etwas vor der Küste liegen, wodurch große Wassermassen an Land gespült werden könnten. Aufgrund der großen Ausdehnung ist aber auch die Ostküste betroffen. Die Behörden rechnen mit meterhohen Sturmfluten in Städten wie Fort Myers und Tampa. Das Auge des Hurrikans hat einen Durchmesser von rund 37 Kilometern.

US-Präsident Donald Trump, der sich mit seinem Kabinett in Camp David aufhielt, rief die Menschen auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Das ist ein Sturm von enorm zerstörerischer Kraft", twitterte er. Marco Rubio, Senator von Florida, rief die Einwohner des Bundesstaates bei einer Pressekonferenz dazu auf, die Notunterkünfte nicht zu verlassen: "Seien Sie nicht der Typ, der von einem Baum erschlagen wird."

Das US-Militär ist mit Tausenden Soldaten im Einsatz. Dem Verteidigungsministerium zufolge sind fast 14.000 Angehörige der Nationalgarde in Alarmbereitschaft. Sie sollen bei Bedarf Such- und Rettungsmissionen sowie Evakuierungen unterstützen. Mehrere große Marineschiffe bereiten sich auf Hilfseinsätze vor.

Diese Karte der Website Windy.com speist sich aus Wetterdaten und zeigt die aktuelle Position des Hurrikans.