USA - Florida zieht Bilanz nach Hurrikan Irma Vor allem auf der Inselkette der Keys im Süden des US-Bundesstaates hat der Hurrikan schwere Schäden hinterlassen. Tausende Menschen sollen nachträglich evakuiert werden. © Foto: Chris Wattie/Reuters

In Florida beginnen die Aufräumarbeiten nach den Verwüstungen von Hurrikan Irma. Die Behörden ziehen eine erste Bilanz: Auf der besonders betroffenen Inselgruppe Florida Keys sei ein Viertel aller Häuser zerstört worden, schätzte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde, Brock Long. Knapp zwei Drittel der Gebäude seien schwer beschädigt worden. Nach Behördenangaben starben in Florida mindestens zwölf Menschen wegen Irma. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf mindestens 50.

"Im Prinzip wurde jedes Haus auf den Keys getroffen", sagte Long. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist noch unklar. In den meisten Gebieten der Florida Keys gibt es laut Behörden weder Strom noch Wasser. Die meisten Tankstellen seien weiter geschlossen. Der Flughafen der Inselgruppe soll am Freitag wieder öffnen.

Irma hatte zunächst mehrere Karibikinseln verwüstet, darunter Sint Maarten/Saint-Martin, Barbuda und Kuba. Dann zog der Sturm weiter gen Norden und traf als Hurrikan der Stufe 4 auf die Florida Keys, bevor er an der Ostküste der Florida-Halbinsel entlangfegte und sich erst zu einem Tropensturm und schließlich zu einem Tiefdruckgebiet in Georgia, Alabama und Tennessee abschwächte.

Am Dienstag waren noch etwa 9,5 Millionen Menschen in ganz Florida ohne Strom. Einige Gebiete sind weiterhin von Überflutungen betroffen. Die Straßen der Großstadt Jacksonville im Nordosten Floridas etwa stünden unter Wasser, meldeten US-Medien. Meteorologen gaben keine Entwarnung, vielmehr könne der Fluss St. Johns bei Übertritt noch zu größeren Überschwemmungen führen.

In anderen Regionen kehrten die Menschen langsam aus ihren Notunterkünften zurück. Der Rückreiseverkehr in die Städte führte zu Staus. Einige Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf. Deutschland hat Rettungsmissionen auf den Weg gebracht, um betroffenen Deutschen vor Ort zu helfen.

Trump reist am Donnerstag nach Florida

Floridas Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner seines Bundesstaats dazu auf, sich bei der Rückkehr Zeit zu lassen. "Wir haben viel Arbeit vor uns", sagte Scott. "Aber wir werden diesen Staat wiederaufbauen."

US-Präsident Donald Trump kündigte einen Besuch in dem Bundesstaat für Donnerstag an. Ende August und Anfang September war Trump nach dem Wirbelsturm Harvey zweimal in die betroffenen Gebiete in Texas und Louisiana gereist.