Heftige Sturmböen an der Inselkette Florida Keys haben Hurrikanstärke erreicht. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erzeugten die Ausläufer des Sturms Irma im Süden Floridas Tornados. Einer wurde in Fort Lauderdale beobachtet

Laut Vorhersagen soll der Hurrikan am Sonntagmittag mitteleuropäischer Zeit mit starkem Regen, Sturzfluten, Tornados und Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde auf Florida treffen.

Während sich Irma dem Bundesstaat näherte, gewann der Sturm wieder an Stärke. Zuvor hatte er durch seinen Weg über Kuba etwas Kraft verloren. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stuft den Sturm nun in die zweithöchste Kategorie 4 ein.

In Teilen Floridas fiel bereits der Strom aus. Mehr als 190.000 Haushalte waren betroffen, wie aus Daten des Energieunternehmens FPL hervorgeht. Stromausfälle gab es unter anderem in Miami und auf den Florida Keys an der Südküste des Bundesstaates. Experten schätzen, dass mehr als eine Million Menschen ohne Strom sein könnte, wenn der Hurrikan Florida durchquert hat.

Mehr als 6,5 Millionen Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Mehr als 70.000 Menschen haben sich in die rund 385 Schutzräume in dem Bundesstaat begeben.

Miami Beach mit seinen normalerweise 100.000 Einwohnern glich einer Geisterstadt, wie Bürgermeister Phil Levine sagte. Auch Fort Myers an der Westküste wappnete sich gegen den Sturm. Bürgermeister Randall Henderson sprach von einem "Worst-Case-Szenario" für die Stadt.

Diese Karte der Website Windy.com speist sich aus Wetterdaten und zeigt die aktuelle Position des Hurrikans.

Roman Gastesi, der Verwalter des Bezirkes Monroe, zu dem die Florida Keys gehören, sagte: "Das ist der große Hurrikan, vor dem wir uns alle gefürchtet haben." Auf der Inselgruppe leben etwa 70.000 Menschen. Die Sicherheitsbehörden verlegten 460 Gefängnisinsassen auf das Festland. Nach Angaben des Bezirks wurden alle Krankenhäuser und Notaufnahmen auf den Inseln geschlossen.

Das US-Militär mobilisierte Tausende Soldaten. Dem Verteidigungsministerium zufolge waren insgesamt fast 14.000 Angehörige der Nationalgarde in Alarmbereitschaft. Damit sollten Such- und Rettungsmissionen sowie Evakuierungen unterstützt werden. Mehrere große Marineschiffe bereiteten sich auf Hilfseinsätze vor.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 256 Stundenkilometern war Irma über Kuba hinweggefegt. Der Hurrikan überschwemmte Land, verursachte schwere Schäden und zerriss Stromleitungen. Die Behörden in der Stadt Santa Clara zählten 39 eingestürzte Gebäude. Bewohner der Hauptstadt Havanna wurden davor gewarnt, auf die Straße zu gehen. Die Überschwemmungen könnten bis Montag andauern. Dem Zivilschutz zufolge drang das Hochwasser vom Ufer 600 Meter weit in die Stadt ein.

Auf seinem Weg durch die Karibik hatte Irma 25 Menschen getötet. In Kuba war nach Behördenangaben vorsorglich mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht worden.

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