Puerto Rico nach dem Hurrikan Der Gouverneur von Puerto Rico bezeichnete die Lage als ein riesiges Desaster. Auf der Insel gibt es keinen Strom, zahlreiche Gebäude sind durch die Überschwemmungen zerstört. © Foto: Jose Romero/Hector Retamal/AFP/Getty Images

Hurrikan Maria hat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern große Schäden und flächendeckende Stromausfälle in Puerto Rico verursacht. "Sobald wir rausgehen können, werden wir unsere Insel zerstört vorfinden", sagte der Direktor des Katastrophenschutzes in Puerto Rico, Abner Gómez. "Die Informationen, die wir bisher erhalten haben, machen keinen Mut", sagte er. Der Sturm habe alles auf seinem Weg Liegende zerstört. Überall gebe es starke Überschwemmungen und zerstörte Orte.

Der Wirbelsturm der Kategorie vier hatte die Insel am Mittwochmorgen (Ortszeit) in der Küstenstadt Yabucoa im Südosten erreicht. Gouverneur Ricardo Rosselló zufolge wurde ein Mensch getötet. Seine Regierung rechnet mit steigenden Opferzahlen, die durch den Ausfall der Telekommunikation bislang nicht ermittelt werden konnte. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre bis zum kommenden Samstag, um Rettungskräften den Zugang zu betroffenen Gebieten zu erleichtern und die öffentliche Ordnung aufrechtzuhalten.

Der Sturm traf die Insel inmitten einer Wirtschaftskrise. Die Schulden sind hoch, die Regierung hat bereits vor einem Finanzengpass gewarnt. Gouverneur Rosselló machte den Bewohnern trotzdem Mut: "Wir sind stärker als jeder Hurrikan", sagte er. Gemeinsam werde man den Wiederaufbau schaffen. Er bat US-Präsident Donald Trump, die Insel zur Katastrophenzone zu erklären. Das würde den Weg für Hilfen des Bundes frei machen. Trump twitterte: "Puerto Rico ist von einem neuen Monster-Hurrikan getroffen worden. Seid vorsichtig, im Herzen sind wir bei euch – werden da sein, um zu helfen!"

Seit langer Zeit wurden die karibischen Inseln nicht mehr von so einem starken Wirbelsturm wie Maria getroffen. Auf seinem Weg starben mindestens sieben Menschen allein auf der Insel Dominica, mindestens neun in der gesamten Karibik. Demnächst soll er an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Unklar war noch, ob er am Wochenende das US-Festland treffen könnte, wo der Vorgängerhurrikan Irma bereits große Schäden in Florida hinterlassen hatte. UN-Generalsekretär António Guterres ließ mitteilen: "Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen."