Hurrikan - Irma verwüstet die Karibik Durch den Hurrikan Irma sind in der Karibik zahlreiche Menschen gestorben. Mit Windgeschwindigkeiten von etwa 300 Stundenkilometern zerstörte der Sturm Gebäude und riss Bäume mit sich. © Foto: Lionel Chamoiseau/AFP/Getty Images

Mit großer Wucht ist Hurrikan Irma über die Karibik gezogen und bewegt sich nun auf das Festland der USA zu. Mehrere Staaten haben mit Evakuierungen begonnen, von denen Hunderttausende Menschen betroffen sind. Der Wirbelsturm hat laut Wetterforschern das Potenzial, Florida als Hurrikan der Kategorie fünf zu treffen, anschließend in Georgia könnte es Kategorie drei werden.

Knapp 300.000 Menschen sollen die Küstenregionen in Georgia verlassen und auch in Florida wurden bereits Rettungsmaßnahmen angeordnet. Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, sagte, Irma sei eine "ernste Bedrohung für den ganzen Bundesstaat". Der Sturm könnte der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei. Airlines strichen bereits Flüge.

Wirbelsturm Irma

Die graue Linie ist die wahrschein­lichste Route. Die Fläche zeigt, wo Irma von dieser abweichen könnte, nicht die Größe des Sturms.

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie hatte bereits mehrere Karibikinseln verwüstet. Die Insel Barbuda sei "nur noch ein Haufen Schutt", hatte der Regierungschef Gaston Browne gesagt. Dort war der Sturm zuerst auf Land getroffen und war dann über die französischen Überseegebiete Saint-Barthélemy und Saint-Martin gezogen. Saint-Martin sei zu 95 Prozent zerstört, sagte der Präsident des Territorialrats einem Radiosender. Auf den Amerikanischen Jungferninseln starben drei Menschen.

In der kubanischen Provinz Santiago wurden 125 Aufnahmezentren für 38.000 Menschen geöffnet. Weitere 20.000 Menschen könnten bei Nachbarn oder Verwandten in sichereren Gebieten unterkommen, teilten die Katastrophenschutzbehörden mit. 

Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan Matthew im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet. Das Innenministerium Haitis ordnete an, Küstengebiete im Norden des Landes zu räumen. Die Menschen sollten sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit bringen, sagte Innenminister Max Rudolph Saint-Albin. Haiti fehlt es allerdings an Polizisten und Beamten, um die Anordnung durchzusetzen.

In dem US-amerikanischen Außengebiet Puerto Rico sorgte der Sturm für Stromausfälle, 900.000 Menschen waren nach offziellen Angaben betroffen. Der Gouverneur von Puerto Rico setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

Der Wirbelsturm ist der stärkste, der seit dem Beginn der Aufzeichnungen über dem offenen Atlantik beobachtet wurde. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 297 Kilometern pro Stunde. Bis zu 37 Millionen Menschen könnten laut UN-Schätzungen von Irma betroffen sein.