Nach dem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn mit etwa 30 Verletzten ist der Polizei nach eigenen Angaben eine "wichtigen Verhaftung" gelungen. In der südenglischen Hafenstadt Dover sei am Morgen ein 18-jähriger Mann wegen Terrorverdachts festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Der Verdächtige sei in einer örtlichen Polizeiwache und werde "zu gegebener Zeit" in eine Polizeiwache im Süden Londons verlegt, hieß es weiter. Er werde nach den Bestimmungen des Anti-Terror-Gesetzes festgehalten und verhört. 

Nähere Angaben über den Verdächtigen machte die Polizei nicht. Nach dem Anschlag vom Freitagmorgen hatten die Ermittler eine Großfahndung nach Verdächtigen eingeleitet.

Im Londoner U-Bahnhof Parsons Green war es mitten im Berufsverkehr zu einer Explosion gekommen. Die britische Polizei hat den Vorfall als "terroristisch" eingestuft und geht davon aus, dass die Detonation durch einen improvisierten Sprengsatz ausgelöst wurde. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Anschlag für sich.

In Großbritannien gilt derzeit die höchste Terrorwarnstufe. In vielen britischen Städten gingen am Samstag Soldaten auf Streife, um die Sicherheitskräfte beim Schutz öffentlicher Gebäude und Plätze zu unterstützen. In diesem Jahr wurden bereits 36 Menschen durch vier Anschläge getötet. Im Jahr 2005 kamen 52 Menschen ums Leben, als britische Islamisten Selbstmordanschläge auf drei Londoner U-Bahnen und einen Bus verübten. "Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören", teilte der Bürgermeister Sadiq Khan nach den Ereignissen in Parsons Green mit.