Hurrikan Maria hat auf Puerto Rico Verwüstung hinterlassen. Nach fünf Tagen ohne Licht und Klimaanlagen sowie mit Trinkwassermangel ist kaum Besserung in Sicht. Der Gouverneur des US-Außengebiets hat die Bundesregierung in Washington zu einer schnelleren Unterstützung aufgefordert. Zuvor hatte das Weiße Haus Kritik zurückgewiesen, Trump widme der Lage in dem Außengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit.

"Das ist eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betrifft. Wir werden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen. Die Leute dürfen nicht vergessen, dass wir US-Bürger sind – und stolz darauf", hieß es in einer Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló. "Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Lage von Puerto Rico bitten wir die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen."

Nachdem Trump dafür kritisiert worden war, dass er in mehreren Twitternachrichten Kritik an Footballspielern geübt hatte, sich aber gleichzeitig nicht zu der Zerstörung auf Puerto Rico äußerte, reagierte der US-Präsident schließlich mit mehreren Tweets – und bescheinigte der Insel eine ohnehin schlechte Verfassung: "Puerto Rico, das bereits zuvor unter einer maroden Infrastruktur und massiven Schulden gelitten hat, steckt in ernsthaften Problemen", twitterte Trump. "Das alte Elektrizitätsnetz, das in einem fürchterlichen Zustand war, wurde zerstört. Lebensmittel, Wasser und Medikamente sind die Hauptpriorität – da läuft es gut."

Dann erinnerte der US-Präsident die Puerto Ricaner noch daran, dass sie bei US-Banken Schulden in Milliardenhöhe hätten. In einer Art Konkursverfahren werden derzeit die Verbindlichkeiten restrukturiert. Eine Kontrollkommission verordnete finanzielle Einschnitte. Puerto Rico leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, hohen Sozialausgaben, der Abwanderung vieler junger Leute und einer schlechten Infrastruktur.  

Als assoziierter Freistaat gehört die Insel nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bewohner sind zwar US-Bürger, dürfen aber nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen und ihre Delegierten im Kongress in Washington haben kein Stimmrecht. Zuletzt stand das Außengebiet mehrfach am Rand des finanziellen Zusammenbruchs und ist auf Hilfe aus Washington angewiesen.