Nach den Überschwemmungen durch Hurrikan Maria könnte auf der Karibikinsel Puerto Rico ein großer Staudamm brechen. "Sturmflutwarnung wegen eines drohenden Dammbruchs", teilt der Wetterdienst mit. Die Bewohner angrenzender Städte und Gemeinden sind aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Lage sei extrem gefährlich. Nach Angaben der Zeitung El Nuevo Día sind 70.000 Menschen betroffen.

Bei dem gefährdeten Bauwerk handelt es sich um die Staumauer des Lago Guajataca im Nordwesten des Landes. Der Staudamm wird als Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt.

Bisher wurden mindestens sechs Menschen in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt, während des Hurrikans getötet. Es wird mit weiteren Opfern gerechnet. "Die Zerstörungen sind enorm, es gibt Hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten", sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz, dem US-Sender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien ohne Strom. Zudem seien zahlreiche Regionen von der Kommunikation abgeschnitten. Nur rund 25 Prozent haben zudem derzeit Zugang zu Trinkwasser.

Ausläufer des Hurrikans könnten die USA treffen

US-Präsident Donald Trump hatte den Katastrophenzustand für Puerto Rico ausgerufen. Damit bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, finanzielle Hilfen zum Beispiel für Notunterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" worden. Das Land ist mit etwa 9.000 Quadratkilometern in etwa so groß wie die Insel Zypern.

Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen Hilfsmaßnahmen unterstützen. Puerto Rico ist ein assoziierter Freistaat. Die von der Pleite bedrohte Insel will der 51. Bundesstaat der USA werden, was aber vom US-Kongress gebilligt werden muss. 

Insgesamt wurden während des Hurrikans Maria in Puerto Rico, Dominica und Guadalupe bisher 30 Menschen getötet. Der Tropensturm zog weiter Richtung Turks- und Caicosinseln und wird danach auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde ist Maria ein Hurrikan der Kategorie drei. Ausläufer könnten auch die Vereinigten Staaten treffen. 

Hurrikan Maria - Mindestens 15 Tote in Puerto Rico Das US-Territorium sei »völlig zerstört« , sagte US-Präsident Donald Trump. Der Gouverneur von Puerto Rico verhängte bis Samstag eine nächtliche Ausgangssperre. © Foto: Hector Retamal/Getty Images