Im Prozess gegen drei Rechtsradikale wegen brutaler Angriffe auf Ausländer bei einem Volksfest in der Sächsischen Schweiz hat das Landgericht Dresden hohe Haftstrafen verhängt. Der 33 Jahre alte Hauptbeschuldigte wurde zu neun Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und weil er den Hitlergruß zeigte.

Ein 24 Jahre alter Mitangeklagter erhielt zwei Jahre und zehn Monate wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Strafvereitelung. Ebenfalls wegen versuchter Strafvereitelung sowie einem Hitlergruß bekam ein 39-Jähriger neun Monate auf Bewährung. 

Für den Hauptangeklagten hatte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre wegen versuchten Mordes gefordert. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts zur Sonnwendfeier am 18. Juni 2016 in Neustadt/Polenz zwei Männer und später gemeinsam mit den 24 und 39 Jahre alten Mitangeklagten einen weiteren Mann brutal attackiert und schwer verletzt. Die Angegriffenen waren bulgarische und rumänische Staatsbürger. Einer wurde nach einem Schlag gegen die Halsschlagader bewusstlos, ein anderer wurde selbst dann noch mit einem Bierkrug geschlagen, als er schon wehrlos am Boden lag.

Die Polizei hatte wegen fremdenfeindlicher Motive ermittelt, die Staatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags und gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Angeklagt wurden alle drei zudem wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Sie sollen zudem fremdenfeindlich gepöbelt und "Sieg Heil" gerufen haben.