Farbattacken auf das Amtsgericht und ein Angriff auf einen Pressefotografen: Beim Prozess gegen einen Beteiligten der Hamburger G20-Krawalle hat es Zwischenfälle gegeben. Auf dem Gerichtsflur griffen Zuschauer in Gegenwart dreier Justizbeamter einen Pressefotografen an und beschädigten dessen Ausrüstung. Bereits am frühen Morgen hatten Unbekannte das Gerichtsgebäude mit Farbe und Steinen beworfen.

Vor Gericht hatte ein 32-jähriger Italiener gestanden, bei den Ausschreitungen einen Stein und eine Flasche auf Polizisten geworfen zu haben. Das Amtsgericht Hamburg-Altona verurteilte ihn wegen Landfriedensbruchs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung zu einem Jahr und neun Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Einen Haftbefehl gegen den Angeklagten hob der Richter auf.

Bei der Urteilsverkündung brach bei rund 30 Zuschauern Jubel aus. Der Beschluss des Richters, eine DNA-Probe des Angeklagten nehmen zu lassen, wurde dagegen mit Buh-Rufen quittiert.

Ende August hatte ein hartes Urteil gegen einen 21-jährigen Niederländer für Aufsehen gesorgt. Nach Überzeugung des Richters am Amtsgericht Hamburg hatte der junge Mann am späten Abend des 6. Juli bei Krawallen im Hamburger Schanzenviertel zwei Flaschen auf einen Polizeibeamten geworfen und sich später seiner Festnahme widersetzt, indem er eine sogenannte Embryonalhaltung annahm und seine Muskeln anspannte. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt – deutlich mehr, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Der Gipfel der wichtigen Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli war von schweren Ausschreitungen mit Hunderten Verletzten überschattet worden.