Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat nach eigenen Angaben zahlreiche Hinweise auf Islamisten von Asylbewerbern bekommen. "Wir gehen davon aus, dass es sich in vielen Fällen um echte und wahre Hinweise handelt, denen nachgegangen werden muss", sagte der Präsident des BfV, Hans-Georg Maaßen, der Deutschen Welle. Die Behörde erreichten "viele Hundert Hinweise".

Er halte "weit über 80 Prozent der Hinweise für belastbar", sagte Maaßen. Es handle sich also nicht um Denunziationen, sondern um Informationen zu potenziellen Gefährdern. Der Verfassungsschutz hat auch ein Hinweistelefon für Tippgeber eingerichtet.

Maaßen verwies darauf, dass es zum einen die Gruppe der Terroristen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gebe, "die mit dem Auftrag, Terroranschläge zu begehen, nach Europa gekommen sind". Bei mindestens 20 Menschen, die bisher identifiziert worden seien, gehe seine Behörde davon aus, dass sie mit Anschlagsplänen aus ihrer Heimat geflohen sind.

Eine weitere Gruppe bilden laut Maaßen "IS-Kämpfer, die sich vielleicht einfach absetzen wollen vom Kampfgeschehen, die schwere und vielleicht schwerste Kriegsverbrechen begangen haben und als Asylsuchende getarnt" nach Deutschland kommen. So träfen in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland Täter und Opfer aufeinander.

Eine Warnung soll ein Asylbewerber nach einem Bericht des ZDF-Magazins Frontal 21 auch auf den späteren Berlin-Attentäter Anis Amri ausgesprochen haben. Demnach soll der Syrer Mohamed J. Amri bereits im Herbst 2015 gegenüber dem Sozialarbeiter seiner Flüchtlingsunterkunft und später im Juni 2016 in seinem Asylverfahren als radikalen und gefährlichen Islamisten mit Kontakten zum IS geschildert haben. Die Polizei habe den Zeugen aber erst Wochen nach dem Berliner Terroranschlag vernommen, berichtet das Magazin und beruft sich auf interne Polizeidokumente. Das FDP-Mitglied im Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zum Fall Amri, Moritz Körner, sagte dem Magazin, sollte sich das so bewahrheiten, wäre das "ein eklatantes Versagen unserer Sicherheitsbehörden."